Neuberufungen
Prof. Dr. Michael Moehler
Alexander-von-Humboldt-Professor, Philosophy, Politics, and Economics (PPE)
Prof. Dr. Sarah Wobick
Institut für Jüdische Studien
Ich bin seit Juli 2026 Alexander-von-Humboldt-Professor für Philosophy, Politics, and Economics (PPE) an der HHU. Zuvor war ich fast 25 Jahre im Ausland, zunächst in Großbritannien und anschließend in den USA. Dort habe ich unter anderem einen Studiengang sowie ein Forschungszentrum im Bereich PPE aufgebaut.
Meine Forschungsinteressen liegen in zentralen Bereichen der Moralphilosophie, der politischen Philosophie sowie PPE. Dazu zählen die Geschichte des moralischen, politischen und ökonomischen Denkens, die Gesellschaftsvertragstheorie, sozialwissenschaftliche Methoden, die Rational-Choice-Theorie, die Theorie öffentlicher Vernunft, Verteilungsgerechtigkeit, politische Ökonomie, der Wohlfahrtsstaatstheorie, Demokratietheorie, und Institutionentheorie. Ich betrachte diese Bereiche und Forschungsgebiete aus einer interdisziplinären und integrativen Perspektive.
Ich freue mich insbesondere auf meine neuen Kolleginnen und Kollegen an der HHU sowie auf die exzellenten Studierenden in den beiden bestehenden PPE-Studiengängen. Ich bin damals aus Deutschland weggegangen, da PPE noch nicht weit genug entwickelt war. Heute kann ich dazu beitragen, dass PPE-Studierende nicht mehr das Gefühl haben, Deutschland verlassen zu müssen, um eine erstklassige Ausbildung in diesem, wie ich finde, faszinierenden Studienfeld zu erhalten.
Kosmopolitin? Weltbürgerin? Auf alle Fälle bin ich viel unterwegs gewesen. Ich habe in vier Ländern auf drei Kontinenten gewohnt. Nach meinem Studium an der University of Toronto zog ich in die USA, wo ich meine MA und PhD an der University of Wisconsin-Madison abgeschlossen habe. Schon während meiner Promotion führten mich Forschungsaufenthalte nach Frankreich, Deutschland und Israel. Nach meiner Promotion hatte ich mehrere Stellen als Postdoktorandin und Visiting Professor in den USA, Kanada, Israel und letztendlich in Deutschland inne.
Ich habe breite Interessen und hatte das Glück, die Gelegenheit (und Zeit), verschiedene Themen zu erforschen. Mein allgemeines Forschungsgebiet ist moderne europäische jüdische Geschichte. Ich habe zu einer Vielzahl von Themen veröffentlicht, darunter frühe Debatten über jüdische Emanzipation, jüdische Zugehörigkeit durch die Perspektive von Alltagsgeschichte, die Erfahrungen jüdischer Kinder und Jugendlicher während und nach dem Holocaust in Frankreich, jüdische religiöse Praktiken in der DDR, und vernakuläre jüdische Fotografie in den 1930er Jahren und vieles mehr. Wenn es (mindestens einen) roten Faden gibt, der den Großteil meiner Forschung verbindet, dann ist es mein anhaltendes Interesse daran, wie Nicht-Elite- und Alltagsakteure und -akteurinnen Geschichte mitgeschrieben haben. Mein derzeitiges Forschungsprojekt untersucht die vielen (und vielfältigen) Beispiele von jüdischen Frauen im deutschen Sprachraum, die religiöse Texte im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verfasst haben.
So viel! Diskussionen und Zusammenarbeit mit neuen Kolleg*innen an der HHU und in NRW, unser neues Institut für jüdische Studien mitgestalten zu dürfen, mich mit neugierigen Studierenden über die faszinierende Welt der jüdischen Studien austauschen zu können und ein Teil ihres Bildungsweges sein zu dürfen.