Forschungsgruppen
Mittelgeber: Landschaftsverband Rheinland (LVR)
Projektleitung: Sarah Czirr und Jürgen Wiener (Institut für Kunstgeschichte)
Laufzeit: 01/2026 – 03/2027
Kooperationspartner: Stadtmuseum Düsseldorf, Stadtarchiv Düsseldorf, Kunstakademie Düsseldorf
Der Abzug der alliierten Besatzungstruppen 1925 war für Düsseldorf ein großer Schritt hin zu mehr Souveränität. Wichtige Maßnahmen wurden umgesetzt und im Mai 1926 eröffnete die GeSoLei (Ausstellung für ’Gesundheitspflege, soziale Fürsorge und Leibesübungen’), die mit 7,6 Mio. Besucher*innen aus dem In- und Ausland größte Ausstellung der Weimarer Republik. Diese setzte neue Maßstäbe für die kulturelle und architektonische Identität Düsseldorfs und war zudem ein wirtschaftlicher und touristischer Impulsgeber. Ihre thematischen Schwerpunkte (z.B. ’Wirtschaftliche Fürsorge’, ’Kolonialhygiene’, ’Die Frau’, ’Hygiene der Juden’, ’Rassenhygiene’), die integrierte ’Große Düsseldorfer Kunstausstellung’ sowie der Vergnügungspark können als Seismograf gesellschaftlicher Diskurse und Herausforderungen angesehen werden. Zum 100jährigen Jubiläum konzipiert eine interdisziplinäre Forschungsgruppe an der HHU Düsseldorf in Kooperation mit dem Stadtmuseum eine Ausstellung, die dieses überregionale Großereignis beleuchtet und dazu global-, wissenschaftshistorische und bildwissenschaftliche Theorien heranzieht. Es werden Forschungsergebnisse des DFG-geförderten Projekts ’Demokratische Gesellschaft ausgestellt? Die GeSoLei als Mikrokosmos der Weimarer Republik’ präsentiert, die aus der Untersuchung der Bestände des Stadtmuseums, des Deutschen Hygiene-Museums Dresden und des Museums Kunstpalast sowie regionaler und überregionaler Archive hervorgehen. Ziel ist die Darstellung zentraler gesellschaftlicher Themen dieser ersten deutschen Demokratie, die hier verhandelt und inszeniert wurden.
Mittelgeber: DFG
Projektleitung: Matthis Krischel (Institut für Theorie und Ethik der Medizin); Stefanie Michels (Institut für Kulturwissenschaften/Globalgeschichte), Jürgen Wiener (Institut für Kunstgeschichte)
Laufzeit: 11/2024 – 12/2027
1926 fand mit 7,5 Millionen Besucher:innen auf einem Gelände von 400.000 Quadratmetern in Düsseldorf die größte Schau der Weimarer Republik statt: „Die Große Ausstellung für Gesundheitspflege, soziale Fürsorge und Leibesübungen“. Bereits zeitgenössisch wurde sie mit dem Akronym GeSoLei abgekürzt. Die GeSoLei bot zahlreiche Präsentationen zu den Bereichen Wissenschaft, Industrie und Kunst sowie einen ausgedehnten Vergnügungs- und Konsumbereich. Der,gesunde Körper des deutschen Volkes‘ war das Hauptmotiv der Ausstellung. Unter der Chiffre Gesundheit und Hygiene‘ wurden zentrale gesellschaftliche und politische Themen dieser ersten deutschen Demokratie verhandelt und inszeniert. Vor diesem Hintergrund untersucht die Forschungsgruppe die GeSoLei als Mikrokosmos der Weimarer Republik im Hinblick auf die hier verhandelten Konzepte von Demokratie. Dabei wird im Forschungsprojekt Demokratie sowohl als eine konkrete verfassungsgemäße Ausgestaltung einer Regierungsform mit ausgeweiteten und jeweils spezifischen Partizipationsformen als auch als ein Deutungsbegriff berücksichtigt, mit dem vielfältige und unterschiedliche Erwartungen und Hoffnungen beispielsweise auf Gleichheit, Partizipation und Solidarität verknüpft sind.
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Mittelgeber: DFG
Sprecher: Gerhard Schurz (Institut für Philosophie)
Laufzeit: 2017 – 2026
Das übergeordnete Anliegen dieser Forschungsgruppe ist es, ein neues Verständnis des Wesens und der Methodologie von Metaphysik zu entwickeln. Anknüpfend an eine in der Philosophie des späten 19. Jahrhunderts entwickelten Bezeichnung nennen wir diese Konzeption von Metaphysik Induktive Metaphysik. Wir argumentieren, dass metaphysische Prinzipien weder auf rein apriorisch-begriffliche Weise gerechtfertigt werden sollen, noch auf diese Weise gerechtfertigt werden können. Empirische Quellen und induktive oder abduktive Schlüsse spielen in der Metaphysik eine viel wichtigere Rolle als in der Regel anerkannt wird, und sollten diese Rolle auch spielen. Bedeutende Anteile unserer metaphysischen Überzeugungen bedürfen einer Rechtfertigung durch induktive oder abduktive Schlussfolgerungen aus empirischen Daten, eingebettet in eine Methodologie, die der in den Wissenschaften ähnelt, mit dem Unterschied, dass metaphysische Begriffe und Theorien transdisziplinär sind und allgemeiner als die Begriffe und Theorien einzelner Wissenschaftsdisziplinen. Ziel der Forschungsgruppe ist die systematische Entwicklung und Darstellung der Methodologie und der empirischen Quellen der Induktiven Metaphysik.
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