Abgeschlossene Forschungsprojekte
Europäischer Forschungsrat ERC
Mittelgeber: EU - ERC Consolidator Grant
Projektleitung: Laura Kallmeyer (Institut für Linguistik)
Laufzeit: 7/2017 - 6/2023
TreeGraSP verbindet theoretische linguistische Modellierung mit datengetriebenen statistischen Ansätzen zur Grammatikinduktion und zum semantischen Parsing. Das Innovative des Projekts besteht darin, die Semantik und ihre Schnittstelle zur Syntax in den Mittelpunkt der Grammatiktheorie zu stellen, den Schwerpunkt auf Mehrsprachigkeit und typologische Vielfalt zu legen und einen konstruktionsbasierten Grammatikansatz zu wählen.
Weitere Informationen (Englisch)
Forschungsgruppen
Mittelgeber: DFG
Sprecher: Gerhard Vowe (Institut für Sozialwissenschaften)
Laufzeit: 2011– 2019
Die Diffusion der Onlinemedien - von Onlinezeitungen und Suchmaschinen bis Blogs und Videoportalen - hat in einem bisher nicht gekannten Tempo und Ausmaß die Kommunikation in allen Lebensbereichen verändert. Dies wird auch für die Politik vermutet, vor allem in Wahlkämpfen und in der Bürgerbeteiligung. Unter dem Stichwort "Web 2.0" kursieren viele Spekulationen, die zwischen Heilserwartung und Unheilsbefürchtung changieren. Vor diesem Hintergrund will die Forschergruppe die Frage beantworten, wie sich die politische Kommunikation nachweislich durch Onlinemedien verändert und welche politischen Folgen dem zuzurechnen sind.
Den Rahmen für die Beantwortung dieser Frage bildet ein Modell, in dessen Mittelpunkt der Wandel der politischen Kommunikation steht - strukturelle Veränderungen der Kommunikationsbeziehungen zwischen den Akteursgruppen Bürgerschaft, politische Organisationen und Medienorganisationen in sozialer, inhaltlicher, zeitlicher und räumlicher Hinsicht. Eine der Voraussetzungen ist der Medienwandel - die Erweiterung des gesellschaftlichen Medienrepertoires durch Nutzung der Potenziale des Internets in öffentlicher, teilöffentlicher und nicht öffentlicher Kommunikation. Der Wandel der politischen Kommunikation hat politisch relevante Folgen beispielsweise für politische Einstellungen oder für die Strukturen politischer Organisationen und trägt so zum politischen Wandel bei.
Die Forschergruppe hat sich drei Ziele gesetzt:
(1) Der Wandel der politischen Kommunikation soll in empirischen Längsschnittstudien untersucht werden, aus denen sich ein facettiertes Gesamtbild der Zusammenhänge ergibt. Dies erfordert eine Verzahnung unterschiedlicher analytischer Perspektiven ¿ Individual-, Organisations- und Gesellschaftsperspektive - und unterschiedlicher Methoden - insbesondere Befragungen, Inhaltsanalysen und Organisationsanalysen. Dabei sollen bislang separierte theoretische Ansätze im Feld der Onlinekommunikation geprüft und zu einer modularisierten Theorie mittlerer Reichweite verknüpft werden.
(2) Die Forschergruppe ist einer der Orte, an denen der Nachwuchs für die internationale politische Kommunikationsforschung ausgebildet wird - in Form von Promotionen und Habilitationen.
(3) Als Beitrag zur fachlichen Strukturbildung soll mit dem thematisch fokussierten Forschernetzwerk eine prototypische Form der Forschungsorganisation in kleinteilig strukturierten Fächern wie der Kommunikationswissenschaft erprobt werden.
Die Forschergruppe umfasst sieben Teilprojekte. Jedes differenziert die generelle Fragestellung, indem es den Zusammenhang von Wandel der politischen Kommunikation, Medienwandel und politischem Wandel in einem Ausschnitt unter einer speziellen Perspektive untersucht.
Mittelgeber: DFG
Sprecher: Ingo Plag (Institut für Anglistik und Amerikanistik)
Laufzeit: 2015 – 2022
Kooperationspartner: Eberhard Karls Universität Tübingen, Radboud Universiteit Nijmegen/ NL
Die Forschergruppe „Spoken Morphology" untersucht die Phonetik und Phonologie morphologisch komplexer Wörter im Englischen, Deutschen, Niederländischen und im Maltesischen. Neuere Erkenntnisse über die Aussprache komplexer Wörter (d.h. Wörter mit mehr als einer bedeutungstragenden Einheit wie z.B. Deutsch lach-t oder Um-leit-ung) stellen Theorien des Mentalen Lexikons und der Grammatik vor zwei große Herausforderungen. So wurde zum einen festgestellt, dass traditionell als regelhaft angesehene Prozesse, wie der Erhalt von Betonungen bei der Ableitung neuer Wörter, sehr viel variabler sind als gemeinhin angenommen und vorhergesagt wird (vgl. z.B. die unerwartet variable Betonungszuweisung im Englischen in Wörtern wie ánalyzable ~ analýzable, beides abgeleitet von ánalyze). Das Ausmaß dieser Variation und die Bedingungen, unter denen sie auftritt, sind ein zentrales und ungelöstes Problem für existierende Modelle der Interaktion von Lautstruktur und Wortstruktur in Grammatik und Lexikon. Die zweite Herausforderung ist die nähere Bestimmung der Rolle der Wortstruktur bei der phonetischen Realisierung komplexer Wörter. Dabei lautet die zentrale Frage, ob (und wenn ja, wie) die innere Struktur von Wörtern deren Artikulation und akustische Eigenschaften beeinflusst. So gibt es z.B. fundierte Hinweise, dass sich traditionell als gleichlautend angesehene Affixe (wie Plural und 3. Singular –s im Englischen) akustisch systematisch unterscheiden, ein Befund, den keine gängige linguistische Theorie und auch keines der einschlägigen Sprachproduktionsmodelle vorhersagt. Belastbare Forschungsarbeiten sind selten und kommen zu sich teilweise widersprechenden Ergebnissen. Die Untersuchung der genannten morpho-phonologischen und morpho-phonetischen Phänomene kann wichtige Hinweise auf die kognitive Repräsentation und Verarbeitung komplexer Wörter liefern und damit zur Klärung einer zentralen Frage der aktuellen linguistischen Theorienbildung beitragen. Die komplexe Natur der zu untersuchenden Phänomene verlangt einen Ansatz, der Expertisen aus verschieden Teildisziplinen der Linguistik zusammenführt: Akustische und artikulatorische Phonetik, quantitativtheoretische Linguistik, Psycholinguistik und Neurolinguistik. Ziel der Forschergruppe ist es, mit Experten aus allen diesen Bereichen die beschriebenen Fragen mit modernen Methoden interdisziplinär und sprachübergreifend einer Klärung näherzubringen. Dies geschieht durch die Erhebung und Analyse relevanter Daten und die anschließende theoretische Modellierung der Ergebnisse.
Mittelgeber: Manchot Stiftung - Manchot Forschungsgruppe
Projektleitung: Frank Dietrich (Institut für Philosophie/ Düsseldorfer Institut für Internet und Demokratie DIID)
Laufzeit: 01/2022 - 12/2024
Kooperationspartner: HeiCAD, Bochum
Das Projekt untersucht, ob und ggf. inwieweit der etablierte philosophische Diskriminierungsdiskurs auf neue Formen der Benachteiligung durch Methoden der künstlichen Intelligenz anwendbar ist.
Einige Probleme, die im Kontext KI-gestützter Entscheidungen z.B. durch die Verwendung vorurteilsbelasteter Trainingsdaten entstehen, lassen sich durch etablierten Diskriminierungskonzepte gut erfassen. Darüber hinaus gibt es aber auch kompliziertere Phänomene, die zu neuartigen Formen der Benachteiligung führen. Beispielsweise korrelieren beim „redundant encoding“ besonders geschützte Merkmale, wie die ethnische Zugehörigkeit, so eng mit vermeintlich unproblematischen Daten wie der Postleitzahl, dass eine Nutzung der vermeintlich unproblematischen Daten zu einer Schlechterstellung geschützter Gruppen führt. Ferner kann der Einsatz von KI zu einer systematischen Benachteiligung „zufälliger Gruppen“, wie etwa Menschen mit einem bestimmten Einkaufsverhalten, das mit Zahlungsausfällen korreliert, führen. Hier ist zu klären, inwieweit das herkömmliche Verständnis von Diskriminierung von klassischen Merkmalen, wie Hautfarbe, Geschlecht oder Alter, gelöst werden kann.
In allen betrachteten Phänomenbereichen soll untersucht werden, wie etablierte Diskriminierungsbegriffe angepasst werden müssen, um Phänomene der KI-basierten Benachteiligung adäquat zu erfassen. Das Projekt ist im „Use Case Recht“ der Manchot-Forschungsgruppe „Entscheidungsfindung mit Hilfe von Methoden der künstlichen Intelligenz“ angesiedelt.
Mittelgeber: Manchot Stiftung - Manchot Forschungsgruppe
Projektleitung: Gerhard Vowe, Marc Ziegele, Stefan Marschall (Institut für Sozialwissenschaften/ Düsseldorfer Institut für Internet und Demokratie DIID)
Laufzeit: 01/2019 – 12/2021 erste Förderphase; 01/2022 - 12/2024 zweite Förderphase
Kooperationspartner: HeiCAD, Bochum
Das Forschungsprojekt „Unterstützung politischer Entscheidungen durch Künstliche Intelligenz“ (UPEKI) geht der Frage nach, wie KI politische Entscheidungsprozesse unterstützen kann. Im Fokus des Projekts stehen dabei politische Online-Diskussionen. In zwei Förderphasen werden sowohl die individuelle politische Meinungsbildung (Phase 1, abgeschlossen) als auch die politische Entscheidungsfindung von Gruppen untersucht (Phase 2, laufend). Über repräsentative Befragungen sowie mehrwellige Experimente wird untersucht, welche Wirkungen verschiedene KI-Instrumente auf die Inhalte, die Prozesse und die Akzeptanz politischer Entscheidungsfindung sowie deren Ergebnisse haben. Leitende Fragen für die laufende zweite Projektphase sind dabei:
1. Können durch den Einsatz der KI-Instrumente Probleme von Online-Diskussionen verringert werden?
2. Steigt die Zufriedenheit der Bürger*innen mit Prozess und Ergebnis der Diskussionen?
3. Kann die Qualität von Prozess und Ergebnis der Diskussionen nachweislich verbessert werden?
Das interdisziplinäre Team besteht aus DIID-Forscher*innen aus der Informatik, der Kommunikationswissenschaft und der Politikwissenschaft. Das Projekt ist als „Use Case Politik“ der Manchot-Forschungsgruppe „Entscheidungsfindung mit Hilfe von Methoden der künstlichen Intelligenz“ angesiedelt, in dem Forschende aus den Bereichen Medizin, Politik, Philosophie, Recht und Wirtschaft kooperieren.
Wissenschaftlicher Nachwuchs
Mittelgeber: MKW NRW Nachwuchsforschungsgruppe
Projektleitung: Marc Ziegele (Institut für Sozialwissenschaften)
Laufzeit: 2018 - 2023
Kooperationspartner: Forschungsverbund NRW Digitale Gesellschaft
Politische Online-Diskussionen von Bürgerinnen und Bürgern haben einen schlechten Ruf. Sie gelten häufig als rau, ungesittet und zum Teil sogar hasserfüllt. Ziel der Nachwuchsforschungsgruppe ist es, neue Maßnahmen der Moderation und Aggregation von Online-Diskussionen (politischer Anschlusskommunikation) zu entwickeln und empirisch zu untersuchen, wie diese Maßnahmen die Qualität und Wirkungen der Diskussionen verbessern. Dazu wird sowohl wissenschaftliche Grundlagenforschung als auch praxisorientierte Anwendungsforschung betrieben.
Mittelgeber: DFG Heisenberg-Stelle
Projektleitung: Christian Tagsold (Institut Modernes Japan)
Laufzeit: 06/2019 – 05/2024
Die Heisenberg-Förderung besteht aus drei Forschungsteilprojekten die untersuchen, wie Japan durch kulturelle Übersetzungsprozesse im Austausch mit dem Westen seine eigene Identität konstruiert.
Das Projekt „Denkmalschutz der klassischen Moderne in Japan“ befasst sich damit, wie Gebäude ab den 1920er Jahren in jüngster Zeit unter Denkmalschutz gestellt wurden und wie in diesem Prozess verschiedene Architekturstile als Ausdruck des Japanseins neu definiert werden. Während der Immobilienblase in den 1980er Jahren wurden viele ältere Gebäude durch neuere, rentablere Gebäude ersetzt. Bürgerinitiativen und Architekturhistoriker versuchten, sie zu retten, und schließlich setzten sich die Denkmalschutzbehörden für ihren Erhalt ein. Dies führte zu einem Paradigmenwechsel, denn zuvor lag der Schwerpunkt auf vermeintlich "authentischen" japanischen Gebäuden in ländlichen Regionen.
Das Projekt „Die Idee der japanischen Naturverbundenheit in kulturellen Diskursen der Meiji- und Taishō-Ära“ analysiert die vermeintliche Existenz einer besonderen Art von harmonischer Naturverbundenheit in Japan, die sich angeblich in einer verfeinerten Ästhetik widerspiegelt. Dass diese Annahme auf nihonjinron, die kulturellen Diskurse des Japanseins, zurückgeführt werden kann, ist bereits weitgehend akzeptiert. Die Genese dieser Idee ist jedoch noch nicht umfassend erforscht.
Das Projekt „Das japanische Diasporanetzwerk in Europa nach dem Brexit“ beschäftigt sich mit den Folgen des Austritts Großbritanniens aus der EU für die in London lebenden Japaner, aber auch für andere Diasporas wie in Paris und Düsseldorf. Die Diaspora-Forschung hat sich in der Regel auf die Beziehung zwischen Zentrum und Peripherie konzentriert, was sich in diesem Fall auf Tokio und London beziehen könnte. Dieses Projekt wird jedoch einen genaueren Blick auf die Beziehungen zwischen Diaspora-Standorten innerhalb Europas während der Brexit-Krise werfen.
Mittelgeber: DFG
Projektleitung: Andrea von Hülsen-Esch (Institut für Kunstgeschichte)
Laufzeit: 2012 – 2018
"Materialität" und "Produktion" sind zentrale Begriffe der Kultur- und Geistesgeschichte, die im Rahmen des Graduiertenkollegs sowohl in ihrer historischen Konkretisierung als auch in ihrer jeweiligen systematischen Ausdifferenzierung erforscht wurden. Dabei galt es nicht nur zu bedenken, dass die Vorstellung von Materie historisch und kulturell produziert ist, sondern auch, dass selbst die Produktion des Immateriellen auf einen materiellen Zusammenhang angewiesen ist.
Ziel des Graduiertenkollegs war es, über die Gegenüberstellung von konstruktivistischen und materialistischen Untersuchungsansätzen hinaus zu gehen und die Relation und Interaktion von "Materialität" und "Produktion" und die damit verbundene Prozesshaftigkeit in historischer und aktueller Perspektive in den Blick zu nehmen. Zu den historischen und zeitgenössischen Praktiken der Gegenüberstellung zählt ein weiter Bereich ästhetischer Erfahrung und Produktion wie Gestik, Ornament, Schrift, Bild, Objektkunst etc.
Mittelgeber: DFG
Projektleitung: Alexander Ziem (Institut für Germanistik)
Laufzeit: bis 2020
SToRE offers its members a new, intensified model of doctoral supervision: For each student, an advisory team of two primary investigators of the SFB (professors) and one postdoc is being established. The team meets with the student on a regular basis to discuss their research projects and to help them advance in their careers. Goals, research plans, and timelines are being monitored and, where necessary, revised.
Weitere Informationen (Englisch)
Die Kategorien "Alter" und "Altern" gewinnen aufgrund der demographischen Entwicklung eine hohe gesellschaftspolitische Relevanz und eine große Aufmerksamkeit in den Wissenschaften. Das Alter(n) ist nicht nur eine biologische und soziale, sondern auch eine kulturelle Tatsache. Als Objekt der Verhandlungen zwischen Wissensdiskursen wie auch in der kulturellen Praxis erscheint Alter(n) als ein ebenso heterogenes wie problematisches Phänomen, das von Werturteilen und Weltanschauungen bestimmt wird. Das Graduiertenkolleg "Alter(n) als kulturelle Konzeption und Praxis" soll, von einem erweiterten, die geistes-, sozial-, rechts- und medizinwissenschaftlichen sowie die wirtschaftswissenschaftlichen Diskurse integrierenden Konzept ausgehend, Alter(n) als Gegenstand des Wissens und als Konzept für die Gesellschaft erkannt und erforscht, die Phänomene der kulturellen Praxis analysiert sowie Strategien für produktive Formen des Alter(n)s entwickelt werden.
Projektleitung: Stefan Marschall (Institut für Sozialwissenschaften)
Im Rahmen unserer Arbeit legen wir den Fokus auf die Fragestellung, wie politische Repräsentation in demokratischen Gesellschaften unter der Bedingung zunehmender gesellschaftlicher Heterogenisierung organisiert werden kann. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Erforschung der Vermittlungsleistung individueller und kollektiver intermediärer Akteure sowie (Online-)Medien. Das Graduiertenkolleg bündelt dabei die Expertise von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus den Bereichen der Politikwissenschaft, Soziologie sowie der der Kommunikations- und Medienwissenschaft.
Mittelgeber: MKW NRW
Projektleitung: Düsseldorfer Institut für Internet und Demokratie
Laufzeit: 2014 – 2022
Kooperationspartner: Hochschule für Polizei und Verwaltung NRW
Das NRW-Forschungskolleg Online-Partizipation ist ein vom Land Nordrhein-Westfalen gefördertes Graduiertenkolleg, in dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Betriebswirtschaft, Informatik, Kommunikationswissenschaft, Politikwissenschaft, Rechtswissenschaft und Soziologie gemeinsam mit Partnern aus der Praxis zusammenarbeiten. Ziel des Forschungskollegs ist es, die Möglichkeiten des Internets zur Beteiligung von Betroffenen an für sie relevanten Entscheidungen zu untersuchen. Die leitende Fragestellung des Forschungskollegs lautet: „Wie und unter welchen Bedingungen kann das Potential von Online-Partizipation auf kommunaler Ebene systematisch entwickelt, praktisch genutzt und wissenschaftlich evaluiert werden?“
Das Forschungskolleg hat sich im Oktober 2014 offiziell gegründet. Insgesamt arbeiten ein Dutzend Doktorandinnen und Doktoranden im Rahmen des Forschungskolleg inter- und transdisziplinär an der Beantwortung der leitenden Fragestellung.
Mittelgeber: DFG Heisenberg-Professur
Projektleitung: Heiko Beyer (Institut für Sozialwissenschaften)
Laufzeit: 2018 - 2023
Das Heisenberg-Projekt erforscht die widersprüchliche und konfliktreiche Dynamik der Menschenrechtspolitik und die gesellschaftlichen Kontexte ihrer Umsetzung. Ziel ist es, die vielschichtige Struktur des Phänomens nicht nur auf der weltgesellschaftlichen Ebene, sondern auch auf der national-institutionellen und lebensweltlichen Dimension zu untersuchen. Neben der theoretischen Erarbeitung der Paradoxien globaler Menschenrechte zielt das Forschungsprojekt darauf ab, die Entstehung informeller Freiheits- und Gleichheitsnormen sowie die Bedingungen für die praktische Einhaltung solcher Normen im Alltag empirisch zu analysieren.
Verbundprojekte
Mittelgeber: MKW NRW
Projektleitung: Heiko Beyer (Institut für Sozialwissenschaften)
Laufzeit: 10/2022 – 10/2024
Kooperationspartner: Lars Rensmann (Universität Passau)
Die Studie untersucht die unterschiedlichen milieuspezifischen und situativen Ausprägungen von antisemitischen Einstellungen, Sprach- und Verhaltenspräferenzen. Mit Hilfe neuer Antisemitismus-Skalen und Befragungsexperimenten werden die spezifischen sozialen und situativen Kontexte, Formen und Dimensionen von Antisemitismus untersucht und ihre Verbreitung in unterschiedlichen Milieus beleuchtet. Aus den Ergebnissen werden im Anschluss Handlungsempfehlungen für Bildungsprogramme gegen Antisemitismus entwickelt.
Mittelgeber: BMBF
Projektleitung: Heiko Beyer, Melanie Reddig (Institut für Sozialwissenschaften)
Laufzeit: 10/2020 – 09/2024
Kooperationspartner: Netzwerk für Demokratie und Courage e.V.
Das Projekt untersucht, ob und in welcher Weise der radikale politische Islam gemeinsam und im Vergleich zu anderen politischen Ideologien für erhöhte Diskriminierungserfahrungen, Bedrohungswahrnehmungen und entsprechende Handlungsintentionen von in Deutschland lebenden Juden verantwortlich ist. Mittels einer standardisierten Online-Befragung sowie qualitativer Interviews sollen sowohl die Prävalenz als auch die Ursachen dieser drei Phänomene untersucht und die Bedeutung des islamistischen Antisemitismus in der Wahrnehmung der jüdischen Gemeinschaft ermittelt werden. Die Umsetzung der Projektergebnisse erfolgt in enger Kooperation mit einem Praxispartner aus dem Bereich der politischen Bildung (Netzwerk für Demokratie und Courage e.V.).
Teilprojekt: Explorative und vertiefende Fallstudien
Mittelgeber: BMBF
Projektleitung: Gerhard Vowe (Institut für Sozialwissenschaften)
Laufzeit: 02/2019 – 04/2022
Kooperationspartner*in: Monika Jungbauer-Gans, Bernd Kleimann, Axel Oberschelp (DZHW), Martin Reinhart (Robert Merton Zentrum), Mathias Winde (Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft)
Die Forschung in homogenen und heterogenen Kollaborationszusammenhängen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Durch die Verknüpfung von Kompetenzen, Sichtweisen, Erfahrungen, Ressourcen und Persönlichkeiten bieten wissenschaftliche Kooperationen unverzichtbare Chancen zur Erzeugung innovativer Erkenntnisse. Zugleich bestehen aber auch mannigfaltige Hindernisse, die fruchtbare Kooperationen erschweren. Im Verbundprojekt DEKIF wird daher der Frage nachgegangen, welche internen Kooperationsprobleme in Forschungsverbünden auftreten, welche Ursachen und Rahmenbedingungen dafür maßgeblich sind und wie sich die Probleme auf Erfolg und Produktivität von Forschungsverbünden auswirken. Zugleich wird ermittelt, welche Strategien Forschungsverbünde anwenden, um die auftretenden Probleme zu lösen oder bereits im Vorfeld zu vermeiden. Vorgesehen ist, aus den zu generierenden Ergebnissen Vorschläge zur Vermeidung und/oder Lösung von Kooperationsproblemen abzuleiten.
Die Studie folgt einem triangulierenden Mixed Methods-Design: Sie setzt sich zusammen aus einer explorativen Fallstudie, einem quantitativen Survey, bibliometrischen Analysen sowie vertiefenden Fallstudien in verschiedenen Untersuchungsfeldern.
Mittelgeber: DFG
Projektleitung: Eva Schlotheuber (Institut für Geschichtswissenschaften)
Laufzeit: 2019 - 2022
Kooperationspartnerin: Kathrin Kessen (Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf)
Ziele des Projektes sind eine digitale Rekonstruktion der Düsseldorfer Kreuzherrenbibliothek und eine Analyse des erhaltenen Bestands in der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf. Neben den üblichen bibliographischen Angaben stellen auch exemplarspezifische Besonderheiten wie frühere Signaturen, Besitzeinträge und Merkmale der historischen Bucheinbände Kriterien dar, die für alle Exemplare erfasst und recherchierbar gemacht werden. Die digitale Präsentation soll darüber hinaus eine Synopse der Düsseldorfer Bibliothek mit den Kreuzherrenbibliotheken Hohenbusch, Wickrath und Memmingen bilden. In einer Monographie, die zugleich Teil einer Qualifikationsarbeit darstellt, werden darüber hinaus mit vergleichendem Zugriff Buchbesitz, Schriftlichkeit und intellektuelles Profil des Ordens in der Residenzstadt Düsseldorf herausgearbeitet und der Aufbau der Buchsammlung der Kreuzherren in der Zeit des großen Medienwechsels in ihrem historischen Kontext verortet. Hier ist neben dem systematischen Ansatz des Bibliotheksprofils eine Tiefenanalyse der singulären und bislang noch völlig unbearbeiteten Überlieferung der "Düsseldorfer Wunder" in der Handschrift Ms. B 103 geplant, anhand derer die Bedeutung der Kreuzherren für die junge Residenzstadt Düsseldorf herausgearbeitet werden kann. Neben der "Düsseldorfer Wunderbeschreibung" sollen noch weitere Handschriften exemplarisch auf ihre Entstehung und Besonderheiten betrachtet werden. So verwendet ein Schreiber des Kreuzherrenkonvents eine Geheimschrift in den Marginalien und im Fließtext, die Rückschlüsse auf die Nutzung seiner geschriebenen und kommentierten Bücher zulassen. Ziel des Projektes ist es aber nicht zuletzt, die Kenntnisse der Paläographie, Kodikologie und Handschriftenkunde des wissenschaftlichen Nachwuchses zu fördern, als Fähigkeiten, die eine unabdingbare Voraussetzung für die Analyse und Einordnung mittelalterlicher Bibliotheksbestände sind.
Mittelgeber: Fritz Thyssen-Stiftung
Projektleitung: Efrat Gal-Ed (Institut für Geschichtswissenschaften)
Laufzeit: 01/2020 – 12/2022
Kooperationspartner: Simon Neuberg (Universität Trier)
Das Editionsprojekt widmet sich einem der besten auf Jiddisch verfassten Grammatikwerke des Jiddischen, das bislang aufgrund seiner schweren Zugänglichkeit in der jiddischen Sprachforschung kaum berücksichtigt wurde und im Sprachunterricht wenig Gebrauch findet. Elye Falkovitshs 1940 in Moskau publiziertes Yidish: fonetik, grafik, leksik un gramatik bleibt bis heute eines der für die Forschung wichtigsten Nachschlagewerke der Grammatik, da es die Theorie und Deskription der normativen Regeln durch zahlreiche Beispiele des standardisierten Gebrauchs etabliert und veranschaulicht sowie durch dialektale Variante ergänzt.
Elye Falkovitsh gehörte zu den führenden jiddischen Sprachwissenschaftlern der Sowjetunion. In den 1920–30er Jahren wirkte er an der Ausarbeitung der Sprachreformen mit, die Rechtschreibung und Interpunktion betrafen. 1930 und 1936 gab er zwei Lehrbücher heraus, die als Vorarbeit zur Grammatik von 1940 betrachtet werden können. Im Unterschied zu den früheren Werken ist diese umfangreichste Grammatik nicht digitalisiert worden und in Bibliotheken kaum zugänglich, obwohl es sich als unentbehrliches Nachschlagewerk für eine eingehende Beschäftigung mit der jiddischen Sprache erwiesen hat.
Ziel des Projekts ist es, Yidish: fonetik, grafik, leksik un gramatik in einer sprachwissenschaftlich und kulturhistorisch kommentierten Ausgabe vorzulegen.
Mittelgeber: EU
Projektleitung: Stefan Marschall (Institut für Sozialwissenschaften)
Laufzeit: 2016 - 2018
Ziel von NOTRE war es vor diesem Hintergrund, das Forschungs- und Innovationspotenzial im Bereich Social Computing in der EU insgesamt zu steigern und insbesondere der Cyprus University of Technology zu helfen, in diesem Sektor nachhaltige Kapazitäten für exzellente Forschung aufzubauen. In dem Netzwerkprojekt ging es auch darum, die Perspektiven anderer Disziplinen und Forschungskulturen kennenzulernen und dauerhafte Kontakte zwischen den beteiligten Einrichtungen aus Spanien, der Schweiz, Griechenland, Zypern und Deutschland zu etablieren.
Mittelgeber: BMBF
Projektleitung: Marc Ziegele, Katharina Gerl (Institut für Sozialwissenschaften/ Düsseldorfer Institut für Internet und Demokratie)
Laufzeit: 07/2020 - 03/2023
Kooperationspartner: Liquid Democracy e.V. Berlin, Institut für Partizipatives Gestalten Oldenburg, Forschungsgruppe Deliberative Diskussionen im Social Web HHU Düsseldorf
Ziel des Verbundvorhabens KOSMO ist die Entwicklung und Erprobung eines Assistenz-Systems, das bei der Sicherstellung der Diskussionsqualität und der Zusammenfassung der Inhalte von Online-Diskussionen unterstützt und dazu auf moderne Technologien des Maschinellen Lernens und der Gamifizierung zurückgreift.
Mittelgeber: DFG
Projektleitung: Sybille Schönborn (Institut für Germanistik/ Max-Herrmann-Neiße-Institut)
Laufzeit: 2019 – 2022
Kooperationspartnerin: Vera Hildenbrandt, Deutsches Literaturarchiv Marbach
Die Digitale Edition der Kritiken und Essays, Publikationen in Zeitungen und Zeitschriften 1909-1939 macht das umfangreiche publizistische Werk von Max Herrmann-Neiße erstmals vollständig zugänglich. Die digitale Edition eröffnet durch eine weitgehende Tiefenerschließung der Texte über eine globale Verschlagwortung, Register und einen Einzelstellenkommentar sowie Verknüpfungen mit externen Ressourcen (GND, DB, DNB, DLA u.a.) nicht nur Möglichkeiten, die Texte in verschiedenen Ansichten zu präsentieren, sondern sie durch detaillierte Such- und Filteroptionen neu zu erforschen. Die Edition leistet einen Beitrag zur Geschichte der Gattung Kritik und ihrer Sparten (Literatur, Theater, Kabarett, Musik, Kunst) und versteht sich als anschlussfähiges Projekt zur weiteren digitalen Erschließung synchroner Produktions- und Rezeptionsprozesse wie ihrer Vernetzung untereinander. Darüber hinaus ist sie als kulturelles Archiv deutscher Kulturgeschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts für unterschiedlichste fachliche Fragestellungen und Interessen nutzbar.
Mittelgeber: DACH-Projekt (DFG, FWF und SNF)
Projektleitung: Olaf Jandura und Ralph Weiß (Institut für Sozialwissenschaften)
Laufzeit: 2017 – 2022
Kooperationspartner*in: Mark Eisenegger (Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft fög, Zürich, CH); Uwe Hasenbrink (Leibniz-Institut für Medienforschung/ Hans-Bredow-Institut HBI, Universität Hamburg); Birgit Stark (Institut für Publizistik, Johannes Gutenberg-Universität Mainz); Otfried Jarren (Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung, Universität Zürich, CH); Josef Seetahler (Österreichische Akademie der Wissenschaften, Wien, AT); Josef Trappel (Fachbereich Kommunikationswissenschaft, Paris; Lodron Universität Salzburg, AT)
Das Gesamtprojekt wird die Qualität der Informationsleistungen von verschiedenartigen Medienangeboten themenübergreifend ermitteln. Dabei dient der informierte Staatsbürger als Leitbild für die zu untersuchenden Qualitätsdimensionen: Relevanz, Pluralität und Deliberativität.
Im Düsseldorfer Teilprojekt 2 werden Vergleichsmaßstäbe erfasst, anhand derer die Themen- und Akteurs- und Positionsvielfalt in der Medienberichterstattung bewertet werden kann. Hierfür werden Parlamentarische Aktivitäten der Regierung und der Fraktionen der Parteien und deren Pressearbeit codiert. Ebenso werden Agenden und Positionen von über 200 zivilgesellschaftlichen Akteuren (Verbänden, Vereinen und Bündnissen) in die Analysen integriert.
Das Düsseldorfer Teilprojekt 4 geht in die Tiefe und untersucht die Qualität der Berichterstattung auf der Ebene übermittelter problembezogener Aussagen. Dafür werden die Beiträge über das Konfliktthema Migration, das die innenpolitische Debatte in allen drei Ländern maßgeblich prägt, analysiert. Mit Blick auf die Dimension Relevanz wird untersucht, welche Deutungen über den Kern des Problems vermittelt werden, d. h wie breit oder selektiv Medien verschiedenartige Relevanzkonstruktionen übermitteln. Mit Blick auf die Dimension Pluralität wird untersucht, wie vollständig oder selektiv Medien das Spektrum politischer Positionen zum Konflikt darstellen. Der Informationsgehalt wird dabei anhand von Standardargumenten erfasst, die normative Grundpositionen (Value Frames) artikulieren. Die Unterscheidung von politischen Grundpositionen orientiert sich an den Cleavages, die die Konfliktlinien in den drei Gesellschaften beschreiben. Mit Blick auf die Dimension der Deliberativität wird klassifiziert, inwieweit die Beiträge zu dem Konfliktthema professionelle Standards wie Sachlichkeit, Begründetheit oder Responsivität erfüllen.
Mittelgeber: BMBF
Projektleitung: Julia Trinkert (Institut für Kunstgeschichte)
Laufzeit: 2018 - 2022
Kooperationspartner: Hochschule Fresenius, Hetjens - Deutsches Keramikmuseum Düsseldorf, Deutsches Textilmuseum Krefeld, Museum Burg Linn Krefeld
Das Verbundprojekt "Bürgerlicher Aufstieg im Spiegel der Objektkultur im 18. Jahrhundert" ist an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, der Hochschule Fresenius Berlin/AMD Fachbereich Design, dem Deutschen Textilmuseum Krefeld, dem Museum Burg Linn und dem Hetjens – Deutschen Keramikmuseum angesiedelt. Es widmet sich der bisher wenig erforschten Kunst und materiellen Kultur von sozialen Aufsteigern, sogenannten Parvenüs, als Instrument der Identitätsstiftung und Selbstvergewisserung. Objekte und Kunstwerke, die Parvenüs am Niederrhein, in Hamburg und Kopenhagen erwarben oder in Auftrag gaben, werden aus kunsthistorischer und sozialwissenschaftlicher Perspektive erforscht.
Mittelgeber: DFG
Projektleitung: Dagmar Börner-Klein (Institut für Jüdische Studien)
Laufzeit: 2020 - 2023
Kooperationspartnerin: Ursula Ragacs (Universität Wien)
Sowohl der Autor des Jalkut Schimoni, eines monumentalen Bibelkommentars zur gesamten hebräischen Bibel, als auch Raschi (Rabbi Schlomo ben Jitzchak, gest. 1105), der bedeutendste jüdische Bibelkommentator, greifen bei ihrer Bibelauslegung auf Talmud und Midrasch als Quelle zurück. Es wird allgemein angenommen, dass der Jalkut Schimoni nach Raschi entstand. Da Raschi bei seiner Kommentierung der hebräischen Bibel eine Auswahl aus Talmud und Midrasch bietet und diese Quellen oft nicht wörtlich, sondern kondensiert präsentiert, ist es auffällig, dass Übereinstimmungen bei der Wiedergabe rabbinischer Quellen bei Raschi und im Jalkut Schimoni zu finden sind. Da der Autor des Jalkut Stellenangaben zu seinen Quellen aus Talmud und Midrasch angibt, er aber Raschi nicht als Quelle benennt, gibt es Klärungsbedarf darüber, ob eine direkte Abhängigkeit des Jalkut von Raschi besteht. Es ist daher zu klären, wie Raschi und der Autor des Jalkut die jüdische Traditionsliteratur rezipieren, wo und warum sie übereinstimmen. Das beantragte Projekt wird für die Auslegungsgeschichte der hebräischen Bibel, als auch für die mittelalterliche jüdische Kulturgeschichte in West- und Mitteleuropa von grundlegender Bedeutung sein, da sowohl Raschi als auch der Jalkut als die meistgelesenen jüdischen Auslegungswerke zur Bibel im aschkenasischen Kulturraum gelten, über deren Einfluss aufeinander bislang wenig bekannt ist.
Mittelgeber: National Endowment for the Humanities NEH (USA) - PW-277433-21
Projektleitung: Kevin Tang (Institut für Amerikanistik und Anglistik)
Laufzeit: 07/2021 - 06/2024
Kooperationspartner*in: Dr. Cordova, Dr. Ortiz, Dr. Moeller (University of Florida, USA)
The project, “Reanimating African American Oral Histories of the Gulf South: Tailoring Education and Research through Natural Language Understanding”, involves the reformatting and annotation of 500 oral histories of African Americans from the Gulf South, representing the stories of people who lived through the transatlantic slave trade up to the present day, as well as the development of a new web search interface and 150 curriculum modules for K–12 educators. An interdisciplinary collaboration between Linguistics, Oral History program, and the Libraries will reanimate 500 interviews with African Americans in the Gulf South, a population absent from many other oral history collections, with rich annotations and a web-based customizable interface. Our design harnesses computational linguistic methods and is informed by the needs and expertise of three diverse user groups, resulting in a host of improved accessibility outcomes. For education, teachers will be provided an easy to use interface to enhance student engagement with localized curriculum using the interviews. For linguistics, researchers will have access to an unprecedented amount of spoken African American data to investigate African American language change and regionality, and racially-based biases in speech technologies. Finally, oral history programs across the country will be offered a new means of enhancing accessibility into their own archival collections.
Mittelgeber: BMBF, Universität Ghana
Projektleitung: Stefanie Michels (Institut für Geschichtswissenschaften), Aba Mansah Gertrude Eyifa-Dzidzienyo (University of Ghana in Legon, Accra, GH)
Laufzeit: 09/2021 – 12/2021
Kooperationspartner*in: Martin Doll (Institut für Medien und Kulturwissenschaften, HHU), Jakob Zollmann (Wissenschaftszentrum Berlin), Kokou Azamede (Department of German Studies, Université de Lomé, TG), Maria Sibylla Merian Institute for Advanced Studies in Africa (MIASA), University of Ghana in Legon, Accra, GH)
In der viermonatigen Zusammenarbeit bei MIASA konzentrierte sich das Projekt auf eine sich entwickelnde Restitutions-Fallstudie aus Kpando, Ghana. Ziel war es, zu untersuchen, wie sich die grundlegende Dichotomie, die durch die Restitutionsdebatte hervorgerufen wird, in einem breiteren Rahmen auswirkt.
Weitere Informationen:
Mittelgeber: DFG
Projektleitung: Christiane Eilders (Institut für Sozialwissenschaften, Düsseldorfer Institut für Internet und Demokratie)
Laufzeit: 2020 - 2023
Kooperationspartner: Helmut Scherer (Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung, HS für Musik, Theater und Medien Hannover)
Das Projekt untersucht, welchen Einfluss personale und mediale Informationsquellen in individuellen Kommunikations-Netzwerken auf die Wahrnehmung öffentlicher Meinung und auf die Meinungsbildung zu aktuellen Themen haben. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Menschen mit Widersprüchen in digitalen Umgebungen umgehen, also etwa damit, dass Beiträge in Massenmedien im Widerspruch zu nutzergenerierten Beiträgen auf digitalen Plattformen stehen und beide via Social Media von Freunden oder Kolleginnen weitergeleitet und kommentiert werden, die wieder eine andere Sichtweise haben.
Um es an einem Beispiel zu illustrieren: Wie verarbeiten Menschen einen „Tagesthemen“-Beitrag, in dem für eine Corona bedingte Ausgangssperre argumentiert wird, wenn dieser Beitrag sie über den Tweet einer Kollegin erreicht, die sich wiederum kritisch zu Ausgangssperren äußert? Welchen Einfluss haben Nutzerkommentare zur Ausgangssperre durch Facebook-Freunde und wie wirken sich persönliche Gespräche dazu auf die eigene Meinung aus?
Das Projekt ist eine Kooperation mit Helmut Scherer vom IJK in Hannover und findet an zwei Standorten statt. Es setzt an der Theorie der Schweigespirale und anderen Ansätzen zum Einfluss von Konformität an. Die empirische Studie umfasst Befragungen eines Online-Panels und Online-Tagebuch-Studien zu den personalen und medialen Informationsquellen.
Mittelgeber: DFG
Projektleitung: Frank Marcinkowski (Institut für Sozialwissenschaften)
Laufzeit: 10/2021 – 12/2024
Kooperationspartner: Matthias Kohring (Universität Mannheim)
In der aktuellen Corona-Pandemie sind Wissenschaft und einzelne Wissenschaftler*innen in den Fokus der Medien gerückt. Sie werden für politische Entscheidungen zu Rate gezogen, haben Grundsteine für Schutzmaßnahmen gegen das Virus gelegt sowie diese innerhalb bestimmter Disziplinen kritisch betrachtet. Neben einem respektvollen Umgang mit Wissenschaftler*innen wurden jedoch auch öffentlich Anfeindungen und Bedrohungen einzelner Forscher*innen sichtbar. Diese reichen von einem Infragestellen wissenschaftlicher Aussagen bis hin zu Androhungen von Gewalt. Wissenschaft ist in Zeiten von Corona eine Quelle für Polarisierung geworden: Auf der einen Seite ruft die Bevölkerung “Listen to the science”, auf der anderen Seite wird von den “Lockdown-Machern” gesprochen und Verschwörungsideologen demonstrieren gegen Angehörige der Wissenschaft. In diesem Sinne rückt die Frage in den Fokus, ob und inwieweit die Pandemie das Verhältnis von Wissenschaft und Gesellschaft verändert haben kann.
Einzelprojekte
Mittelgeber: VolkswagenStiftung - Opus Magnum
Projektleitung: Valeska von Rosen (Institut für Kunstgeschichte)
Laufzeit: 04/2021 – 05/2023
Europäische Künstlerselbstbildnisse in allen künstlerischen Medien und Materialien - von der Entstehung des "unabhängigen" Porträts im 15. Jahrhundert bis zur Einrichtung der ersten gattungsspezifischen Sammlung im ausgehenden 17. Jahrhundert - sind der Gegenstand der geplanten Monographie. Ihr Ziel ist die Rekonstruktion der für die Produktion und die Rezeption der Werke relevanten Denkfiguren der Selbstformung, -bespiegelung und -erfahrung mit den Fragen, wann und in welcher Form sie in der Frühen Neuzeit mediale und materielle Konkretion erlangen. Ziel der geplanten Publikation ist damit ein Gegenentwurf zu Jacob Burckhardts behaupteter "Geburt des Individuums" im 15. Jahrhundert, die noch jüngst als Begründungsfigur für die Entstehung von Selbstbildnissen angeführt wurde. Es geht, so die These, nicht um unvermittelten "Selbstausdruck" und "Originalität". Stattdessen wird hier von einer poietischen 'Selbstformung' bzw. 'Selbstmodellierung' ausgegangen. Diese Begriffe sind wie das von Stephen Greenblatt apostrophierte "(Renaissance) Self-fashioning" Neologismen, die von den im historischen Porträtkontext dominant verwendeten Verben formare (formen) bzw. fingere (bilden, modellieren) abgeleitet sind. Die 'Selbstformung' im frühneuzeitlichen Sinne hat in der buchstäblichen, auch händischen und prozessualen Formungstätigkeit nicht nur ihr Mittel, sondern auch ihr Ziel. In metaphorischem Sinne meint 'Selbstformung' die habitualisierte Annahme von Emotionen, Rollen und Verhaltensmustern.
Mittelgeber: BMBF
Projektleitung: Oliver Hellwig (Institut für Linguistik)
Laufzeit: 01/2021 – 02/2024
Während bei europäischen Textsammlungen meist bekannt ist, aus welcher Zeit sie stammen, schwanken die in der Forschung vorgeschlagenen - und noch immer gültigen - Datierungen vormoderner indischer Texte oft um mehrere Jahrhunderte. Ziel des Projekts ist die Entwicklung quantitativer Methoden, die auf Grundlage von linguistischen Merkmalen eine genauere Datierung dieser kultur- und religionsgeschichtlich wichtigen Texte ermöglichen.
Weitere Informationen (Englisch)
Mittelgeber: DFG
Projektleitung: Yaman Kouli (Institut für Geschichtswissenschaften)
Laufzeit: 2020 - 2023
Die Geschichte der europäischen Staaten während des letzten Drittels des "langen" 19. Jahrhunderts wurde lange als Geschichte zunehmender Isolation von Nationalstaaten geschrieben. Die Geschichte schien auch überzeugend: Am Ende eines Prozesses von zunehmender Verfeindung europäischer Staaten seit den 1870er Jahren stand der Erste Weltkrieg als beinahe logische Konsequenz. Dieses Bild hat sich während der letzten zehn Jahre fundamental gewandelt. Die jüngere Forschung hat den Blick von der hohen Regierungspolitik abgewandt und stellt das hohe Verflechtungsniveau der Länder stärker in den Vordergrund. Im Buchprojekt wird am Beispiel der Sozial- und der Patentepolitik Frankreichs und Deutschlands gezeigt, dass die zunehmende Abhängigkeit von der Innovationskraft und die Diversifizierung von Handel und Produktion einen wichtigen Anreiz zur internationalen Kooperation darstellten. Dieses Zusammenhangs waren sich die Protagonisten Europas bereits im 19. Jahrhundert bewusst, und sie gestalteten die Sozial- und die Patentepolitik entsprechend aus. Nationale Gesetze und internationale Verflechtung waren mithin zwei Seiten derselben Medaille: Sie dienten beide der Stabilisierung der nationalen Gesetze in einem verflochtenen, industrialisierten Europa.
Mittelgeber: DFG
Projektleitung: Stefan Hartmann (Institut für Germanistik)
Laufzeit: 2021 - 2024
Dieses Projekt widmet sich der Frage, wie im Gegenwartsdeutschen auf zukünftige Ereignisse Bezug genommen wird und wie sich die Konventionen für den Zukunftsausdruck über die letzten Jahrhunderte verändert haben. Hierfür wird ein korpusbasierter Zugang gewählt, d.h. es wird mit authentischen Daten gearbeitet, wie sie für die zu untersuchende Zeitspanne gerade in den letzten Jahren in bislang beispiellosem Umfang verfügbar geworden sind. Das Projekt gliedert sich in zwei Bereiche: a) Aus historischer Perspektive wird untersucht, wie die Konstruktion werden + Infinitiv (z.B. „ich werde morgen nach Hamburg fahren“) entstanden ist und welche anderen Konstruktionen als Vorgänger- bzw. Konkurrenzkonstruktionen gelten können. Beispielsweise wird häufig angenommen, dass Modalverbkonstruktionen, insbesondere sollen + Infinitiv, im Mittelhochdeutschen ebenfalls zum Zukunftsausdruck verwendet werden konnten und möglicherweise über Analogiebildung auch bei der Entwicklung und Durchsetzung von werden + Infinitiv eine entscheidende Rolle spielten. Auch der Gebrauch von werden mit Partizip („es wird regnend“) gilt als mögliche Vorläuferkonstruktion. Das Projekt geht die in der Forschung hochumstrittene Frage nach dem Verhältnis der unterschiedlichen Konstruktionen mit einem datengetriebenen Ansatz an. Hierfür werden aus den teilweise erst kürzlich verfügbar gewordenen Referenzkorpora der historischen Sprachstufen des Deutschen sämtliche Belege für alle relevanten Konstruktionen erhoben und auf semantische und syntaktische Kriterien hin analysiert, um zu überprüfen, in welchem Maße die jeweiligen Konstruktionen tatsächlich zum Zukunftsausdruck verwendet werden, welche der zahlreichen in der Literatur vorgeschlagenen Faktoren bei der Wahl der Konstruktion eine Rolle spielen und wie diese Faktoren miteinander interagieren. b) Aus gegenwartssprachlicher Perspektive wird untersucht, welche Faktoren die Wahl zwischen den beiden in der Gegenwartssprache mit Abstand wichtigsten Möglichkeiten des Futurausdrucks steuern, nämlich zum einen der Konstruktion werden + Infinitiv und zum anderen dem sog. futurischen Präsens (z.B. „ich gehe morgen ins Kino“). Es wird angenommen, dass zum einen Textsorten und Register (konzeptionell eher nähesprachliche vs. distanzsprachliche Kommunikation), zum anderen semantische Faktoren wie temporale Distanz und syntaktische Faktoren wie das Auftreten anderer Konstruktionen mit „werden“ im unmittelbaren Kontext oder das Auftreten in negierten Kontexten und Fragekonstruktionen eine Rolle spielen. Zusammengenommen können die Studien zu historischen und gegenwartssprachlichen Konventionen des Zukunftsausdrucks dazu beitragen, eine Reihe offener Fragen zu klären, die in der Forschung zwar aus theoretischer Perspektive breit diskutiert wurden, die sich nun aber erstmals auf Grundlage einer umfassenden empirischen Datenbasis angehen lassen.
Projektleitung: Bernd Witte (Institut für Germanisitk)
Die kommentierte Martin Buber Werkausgabe (MBW) sammelt die Zeugnisse seiner mehr als sechs Jahrzehnte andauernden, weitverzweigten intellektuellen und literarischen Tätigkeit und dokumentiert seinen Beitrag zu den kulturellen und politischen Debatten des 20. Jahrhunderts. Grundlage der Werkausgabe ist in der Regel die deutsche Erstfassung seiner Schriften.
Mittelgeber: BMBF
Projektleitung: Stefan Marschall (Institut für Sozialwissenschaften, Abt. Politikwissenschaft); Projektkoordination: Daniel Hagemann (Institut für Sozialwissenschaften, Abt. Politikwissenschaft)
Laufzeit: 04/2024 – 11/2024
Kooperationspartner: Akki – Aktion & Kultur mit Kindern e.V. , denXte – Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Unter dem Leitmotiv „Meine Freiheit – Deine Freiheit ?!“ setzt sich das Projekt im Wissenschaftsjahr 2024 mit verschiedenen Freiheitsverständnissen auseinander und möchte einen diskursiven Austausch anregen. So hat das Projekt zum Ziel, mit Menschen jeden Alters und verschiedener Hintergründe über Freiheit zu diskutieren: Hat Freiheit Grenzen? Müssen, können und dürfen Freiheiten gegeneinander aufgewogen werden? Wie kann Freiheit geschützt werden? Wie blicken wir im Jahr 2024 auf Freiheit?
Mittelgeber: MKW NRW
Projektleitung: Jasmin Grande („Moderne im Rheinland“/Zentrum für Rheinlandforschung)
Laufzeit: 11/2021 - 12/2024
Von 1949 bis 1991 war NRW das Gastland der Bonner Republik. Das interdisziplinäre Forschungsprojekt untersucht den wechselseitigen Einfluss von Region, Geschichte und Erinnerungsraum Bonner Republik aus kulturtopographischer Perspektive. Die Forschungsergebnisse des Projekts werden auf einer eigenen Homepage präsentiert, die jedoch ausdrücklich einen partizipativen Anspruch vertritt.
Mittelgeber: DFG
Projektleitung: Gerhard Schurz, Gottfried Vosgerau (Institut für Philosophie)
Laufzeit: 2021 - 2024
Wie werden Begriffe und ihre Bedeutungen kognitiv repräsentiert? Was geht in unserem Geiste vor, wenn wir Gegenstände durch ihre charakteristischen Merkmale erfassen und darüber mit anderen Personen kommunizieren? Ein bedeutender sprachwissenschaftlicher und philosophischer Ansatz zur Beantwortung dieser Fragen ist die Frame-Theorie der Begriffe, die an der HHU Düsseldorf im Rahmen des Sonderforschungsbereichs SFB 991 weiterentwickelt wurde. Das DFG-gefördertes Nachfolgeprojekt des SFB "Parametrisierte Frames und konzeptuelle Räume" erforscht die Erweiterung des Frame-Ansatzes, die auf der Theorie der kognitiven Räume beruht. In kognitiven Räumen werden Begriffsbedeutungen in räumlich-geometrischer Weise beschrieben, woraus sich in Verbindung mit der Frametheorie daraus ein neuartiger und besonders leistungsfähiger Theorieansatz ergibt, dessen Erforschung sich Prof. Dr. Gerhard Schurz, Prof. Dr. Gottfried Vosgerau, Dr. Paul Thorn, Dr. Matias Osta-Velez, M.A. Sebastian Scholz und Dr. Maria Sekatskaya aus dem Institut für Philosophie gewidmet haben.
Mittelgeber: Östersjöstiftelsen (Stiftung für baltische und osteuropäische Studien)
Projektleitung: Ines Soldwisch (Institut für Geschichtswissenschaften)
Laufzeit: 06/2022 – 05/2024
Kooperationspartnerin: Lisa Kallström (Lund University, Schweden)
Das Projekt untersucht die Rezeption von Pippi Langstrumpf in den Büchern von Astrid Lindgren, die in der DDR 1975 und 1988 erscheinen durften. Es werden zwei Ansätze gewählt: ein historischer und ein kulturwissenschaftlicher. In einem ersten Schritt werden die politischen und gesellschaftlichen Bedingungen analysiert, unter denen die Bücher erscheinen durften. Dabei ging es um politische Entscheidungsprozesse im "DDR-Kinderbuchverlag", aber auch um politische Entscheidungsprozesse, die von einer Kommission aus DDR-Funktionären, DDR-Pädagogen und DDR-Schriftstellern getroffen wurden. Diese entschieden, welche internationalen Bücher in der DDR erscheinen durften. Das betraf nicht nur den gedruckten Text, sondern auch die gedruckten Bilder im Buch. Was war erlaubt und was nicht? Welche Gründe gab es für Text- und Bildveränderungen? Welche Assoziationen sollten die Bilder und Texte bei den Kindern wecken? Diese Fragen sind in der schwedischen und deutschen Forschung noch nicht beantwortet worden. Das gemeinsame Projekt soll diese Lücke schließen. Damit leistet das Projekt einen wertvollen Beitrag zur historischen und kulturellen Kindheitsforschung, zur Diktaturforschung und zur internationalen Bilderbuchforschung.
Mittelgeber: DFG
Projektleitung: Christoph Spörlein (Institut für Sozialwissenschaften)
Laufzeit: 2019 - 2023
Kooperationspartnerin: Cornelia Kristen, Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Zuwanderer unterscheiden sich in vielen Fällen von der im Herkunftsland verbleibenden Bevölkerung und stellen insofern keine Zufallsstichprobe dieser Population dar. Das Forschungsvorhaben widmet sich diesem für die Migrationsforschung bedeutsamen Phänomen der selektiven Migration. Die erste Zielsetzung besteht darin, das Ausmaß der Bildungsselektivität für eine Vielzahl wichtiger Migrantengruppen in einer Reihe von westeuropäischen Zielländern zu beschreiben. Zusätzlich zur Selektivität nach Bildung, welche im Zentrum des Projekts steht, soll es um die Selektivität in den Einstellungen von Zuwanderern gehen. Die zweite Zielsetzung richtet sich auf die theoretische und empirische Auseinandersetzung mit der Frage, wie sich derartige Selektivitäten auf die Integration von Migranten auswirken. Hierzu werden zentrale Integrationsdimensionen in den Blick genommen: Die kulturelle Integration (im Hinblick auf den Spracherwerb), die strukturelle Integration (im Hinblick auf die Eingliederung in das Bildungssystem und den Arbeitsmarkt) sowie Aspekte der sozialen und identifikativen Inkorporation (im Hinblick auf interethnische Beziehungen und Einstellungsmuster). Ein zusätzliches methodisches Anliegen besteht darin, optimierte Selektivitätsmessungen zu implementieren. Zu diesem Zweck wird Selektivität – im Gegensatz zur in der Literatur verbreiteten Betrachtung als Gruppenmerkmal – als eine individuelle Charakteristik aufgefasst. Zur Bestimmung der relativen Position wird jedes Individuum in der jeweiligen alters- und geschlechtsspezifischen Verteilung des betrachteten Selektivitätsmerkmals in der Herkunftsgesellschaft eingeordnet. Hierüber kann der Tatsache Rechnung getragen werden, dass verschiedene Migrantengruppen nicht per se überwiegend positiv oder negativ selektiert sind, sondern sich typischerweise aus variierenden Anteilen von mehr oder weniger positiv beziehungsweise negativ selektierten Individuen zusammensetzen. Die inzwischen deutlich verbesserte Datenlage ermöglicht die Betrachtung einer größeren Anzahl von Herkunftsgruppen in den wichtigsten Zielländern Europas. Die hierfür erforderliche Aufbereitung und Harmonisierung der unterschiedlichen Datenquellen sollen entsprechend dokumentiert und zusammen mit den Skripten, die für Replikationen der zentralen Analysen erforderlich sind, der wissenschaftlichen Gemeinschaft zugänglich gemacht werden.
Weitere Informationen (Englisch)
Mittelgeber: BMBF
Projektleitung: Lea Schäfer (Institut für Jüdische Studien)
Laufzeit: 11/2018 – 04/2022
Kooperationspartner: Columbia University Libraries (USA)
"Syntax of Eastern Yiddish Dialects" untersucht syntaktische Strukturen, die in den Fragebögen des Language and Culture Archive of Ashkenazic Jewry zu finden sind. Ein Hauptziel des Projekts ist es, die Variationen, die in dieser langen Zeit nicht beachteten Quelle jiddischer Dialekte zu finden sind, zu erfassen. Analysen ausgewählter Phenomena (z.B. negative Konkordanz, Partizipverben, Wortstellung, Relativsätze) werden folgen. Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts liegt auf dem Einfluss der coterritorialen Sprachen und dem Verhältnis zum Westjiddischen und älteren Stufen des Jiddischen.
Weitere Informationen (Englisch)
Mittelgeber: Fritz Thyssen Stiftung
Projektleitung: Stefan Marschall (Institut für Sozialwissenschaften)
Ziel des Forschungsvorhabens ist es, das individuelle Kommunikations- und Informationsverhalten der Bürgerinnen und Bürger zur Bundestagswahl 2021 zu untersuchen. Von zentralem Interesse ist hierbei insbesondere, welchen Stellenwert der Wahl-O-Mat als wohl bekanntestes Online-Tool der politischen Bildung dabei einnimmt. Unter Zuhilfenahme einer vierwelligen Panelbefragung, die repräsentativ für die deutsche Online-Bevölkerung ist, können Entwicklungen im Vorfeld und Nachgang der Bundestagswahl 2021 nachgezeichnet werden.
Insgesamt ermöglicht das Projekt nicht nur die Untersuchung des Wahlkampfs und Wahlverhaltens in besonderen Zeiten, erscheinen doch vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie einige konventionelle Mittel des Wahlkampfs und der dazugehörigen Informationssuche erschwert und nur schwer einsetzbar. Durch das Projekt kann auch eine wissenschaftliche Lücke im Feld individueller politischer Kommunikationsforschung geschlossen werden.
Auftragsforschung
Auftraggeber: Grimme Institut/ Bundeszentrale für politische Bildung bpb
Projektleitung: Christiane Eilders, Anna Soßdorf, Jonathan Seim (Institut für Sozialwissenschaften/ Düsseldorfer Institut für Internet und Demokratie)
Laufzeit: 12/2020 – 06/2021
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist umstrittener denn je. Doch in der Öffentlichkeit werden Diskussionen diesbezüglich zumeist von den immer gleichen Expert*innen und Akteur*innen aus Politik und Zivilgesellschaft geführt. Mit Hilfe eines Online-Beteiligungsverfahrens soll herausgefunden werden: Was muss sich ändern, was sollte dem Fernsehen erhalten bleiben?
Das Kooperationsprojekt #meinfernsehen2021 widmet sich der Zukunft des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, ob der Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in der digitalisierten Gesellschaft noch zeitgemäß ist und inwiefern dieser mit den Erwartungen des Publikums an das Fernsehen korrespondiert.
In einem mehrstufigen Online-Partizipationsverfahren können Bürger*innen zu unterschiedlichen Fragestellungen zum Thema diskutieren und eigene Ideen einbringen. Die Ergebnisse dieses Partizipationsprozesses werden schließlich im Rahmen einer Abschlusstagung mit Einbindung unterschiedlicher Medienvertreter*innen und transparent für interessierte Bürger*innen präsentiert. Ebenso möchten wir die zentralen Erkenntnisse für wissenschaftliche Publikationen und Konferenzen aufbereiten.
Die Zielsetzungen lassen sich wie folgt zusammenfassen:
- Sammlung von Positionen und Argumenten der Zielgruppe
- Vorschläge für eine Renovierung des Auftrags gewinnen
- Reflexion und Auseinandersetzung mit zum Thema bei Teilnehmenden anregen
- Aufklärung durch Teilhabe am Diskurs ermöglichen unter Beteiligung der Zuschauenden
- Identifikationspotenzial mit dem ÖRR aufzeigen durch Einladung zum Austausch
- Erkenntnisse in öffentliche Debatte und wissenschaftliche Diskussion einbringen
- Wissenschaftliche Publikationen
Das Projekt ist auf eine Laufzeit von sieben Monaten (12/2020 bis 06/2021) ausgelegt und erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Grimme Institut und der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb).
Sonstiges
Projektleitung: Hartwig Hummel und Ulrich von Alemann (Institut für Sozialwissenschaften)
Laufzeit: bis 12/2017
Die Forschungs-Initiative NRW in Europa (FINE) hat ihren Sitz in Düsseldorf, in unmittelbarer Nähe zur Landespolitik und weiteren relevanten Akteuren. Diesen "Standortvorteil" gegenüber anderen Forschungsinstituten will FINE nutzen, um einen besonderen Akzent in eine unübersichtlich gewachsene Landschaft europäischer Integrationswissenschaft und Regionalforschung zu setzen. Wir gehen davon aus, dass es an politikwissenschaftlicher Landesforschung mit europäischen Bezügen mangelt. Die politischen Entscheidungsprozesse in ihrer regionalen Dimension stärker als bisher ins Zentrum politikwissenschaftlicher Europaforschung zu stellen ist daher der Ansatzpunkt dieser Initiative. Dabei geht es unter anderem um die Analyse von Verhandlungssystemen und Interessenvermittlungsprozessen, die die europäische Entwicklung entscheidend mitgestalten.
Unser Ziel ist es, ein breites Spektrum an wissenschaftlichen Service- und Transferleistungen anzubieten. Zu diesem Zweck konzentrieren sich die Aktivitäten von FINE auf die Bereiche Forschung, Kommunikation und Kooperation. Neben der Durchführung eigener Forschungsprojekte ist es insbesondere unser Anliegen, ein nordrhein-westfälisches Netzwerk aufzubauen, in dem sich Forscher und Praktiker austauschen.