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Leuchtschrift: Meet me for Coffee auf lila Hintergrund

Auf einen kurzen Kaffee mit ...

Prof. Dr. Regina Schober, W3-Professorin für amerikanische Literatur- und Kulturwissenschaft am Institut für Anglistik und Amerikanistik

Prof. Dr. Regina Schober ist Amerikanistin mit Schwerpunkt Literatur- und Kulturwissenschaften. Nach Studium und Promotion an der Leibniz Universität Hannover wechselte sie an die Universität Mannheim, wo sie 2019 habilitierte. Studien- und Forschungsaufenthalte führten sie nach Maynooth (Irland) und in die USA (Harvard, University of Virginia, University of California, Santa Barbara). Seit 2020 ist Regina Schober W3-Professorin für amerikanische Literatur- und Kulturwissenschaft an der HHU. Sie ist verheiratet und hat eine Tochter und einen Sohn.

Kaffee trinkt sie grundsätzlich erst nachmittags, dann aber gerne stark.

In der Lehre schlage ich einen großen historischen Bogen von Benjamin Franklins Autobiographie über Emily Dickinsons Gedichten bis hin zur TV-Serie The Wire und sozialen Medien wie TikTok. In der Forschung untersuche ich US-amerikanische Literatur und Medien im Zusammenhang mit Netzwerken, Digitalisierung, Daten und Algorithmen. Spannend finde ich, welche Antworten die amerikanische Kultur auf die großen Transformationen des digitalen Zeitalters hat, welche Hoffnungen, Ängste und Wissensmodelle sie verhandelt und wie sich die Literatur selbst durch Digitalisierung verändert. Im Kontext von Instituts- und Fakultätssitzungen und im Rahmen von Drittmittelanträgen beschäftige mich aber auch sehr viel mit Excel-Tabellen und lerne hier jeden Tag Neues.

Neugier für Kulturen und theoretische Debatten, die Fähigkeit unterscheiden zu können, an welchen Stellen man ganz genau hinschauen muss und an welchen Stellen man mit einer gesunden Portion Pragmatismus am Weitesten kommt, aber auch Humor, Gelassenheit und einen guten Ausgleich in Belastungssituationen.

Studierenden empfehle ich, sich von ihren Interessen leiten zu lassen, Fragen zu stellen und so oft es geht ins Gespräch mit Kommiliton*innen und Lehrenden zu kommen. Nur durch den aktiven Austausch und die (teils kritische) Auseinandersetzung kann Lernen stattfinden. Mitarbeitende in den Geisteswissenschaften brauchen gute Nerven und realistische Vorstellungen hinsichtlich der eigenen Karriereplanung, vor allem angesichts der oft unsicheren Stellensituation und des hohen Konkurrenzdrucks. Trotz allem ist es einer der schönsten Berufe, die es gibt und es lohnt sich, für gute Arbeitsbedingungen zu kämpfen!

Die Universität der Zukunft wird in hohem Maße von der Digitalisierung aller Bereiche durchdrungen sein – dass wir es trotzdem und gerade deshalb schaffen, den Menschen ins Zentrum zu stellen sowie reflektiertes Lernen und den wissenschaftlichen Austausch zu ermöglichen, ist eine Herausforderung, der wir uns stellen müssen und die uns zwingt, uns auf die wesentlichen geisteswissenschaftlichen Fragen zu besinnen: Wer sind wir, wohin gehören wir, wohin gehen wir, wie möchten wir in Zukunft leben?

Eine wissenschaftliche Laufbahn ist von sehr vielen Zufällen abhängig, daher gab es immer mal wieder Momente, in denen ich fast in eine andere Richtung abgezweigt wäre: Journalistin, Musiklehrerin, Kultur-/Wissenschaftsmanagerin. Vielleicht wäre ich auch eine gute Forstwissenschaftlerin oder Netzaktivistin geworden?

Meine Erlebnisse an der PhilFak beschränken sich bisher leider vor allem auf Webex-Konferenzen, daher freue ich mich auf eindrückliche Momente auf dem Campus!

Beruflich bin ich gerade dabei, den Lehrstuhl aufzubauen und Forschungsprojekte im Bereich kultureller Antworten auf Künstliche Intelligenz sowie zu Medienumbrüchen und Subjektformierungen zu entwickeln. Außerdem möchte ich meinen Beitrag zu einer offenen und kooperativen Fakultätskultur leisten und mich für faire Arbeitsbedingungen für wissenschaftliche Mitarbeiter*innen einsetzen. Privat hoffe ich, dass ich meine zwei Kinder auch weiterhin so intensiv in ihrer Entwicklung unterstützen und ihnen helfen kann, die Welt aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Mein vielleicht ehrgeizigstes Ziel ist es, mein Cello aus dem Dornröschen-Schlaf zu wecken und mit meinem alten Streichquartett noch einmal das ein oder andere Konzerte zu geben.

Inhaltliche Auseinandersetzungen mit Kolleg*innen, Studierenden und der Öffentlichkeit, aber auch Gespräche mit meiner Familie und Freunden, Wanderungen, die Musik von Gustav Mahler und Charles Ives, das alte Brettspiel Go und jede Reise in die USA.

Ich liebe die koreanischen Restaurants in der Innenstadt und kann jede Etappe des Neanderlandsteigs empfehlen!

Man sollte gar kein Buch unbedingt gelesen haben. Aber jedes Buch, das man liest, sollte dazu führen, gewohnte Perspektiven zu überdenken und die Welt neu zu erfahren.

Weitere spanndende Interviews aus der Reihe "Auf einen kurzen Kaffee mit..." finden Sie hier.

Autorin: Andrea Rosicki

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