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Zwei Studenten auf dem Campus

Neuberufungen

Prof. Dr. Simon Kasper

Ich bin Professor für Germanistische Sprachwissenschaft in der gleichnamigen Abteilung am Institut für Germanistik. Bevor ich an die HHU berufen wurde, war ich am Forschungszentrum Deutscher Sprachatlas in Marburg tätig, wo ich auch promoviert wurde und mich habilitiert habe. Ich bin recht umtriebig in allen wissenschaftlichen Disziplinen, die sich mit dem Menschen und der Conditio Humana beschäftigen.

Mein erster Schwerpunkt ist meine interdisziplinäre Sprach- und Grammatiktheorie namens „Instruktionsgrammatik“. Ich untersuche Sprache unter dem Gesichtspunkt, dass sprachliche Äußerungen für uns geordnete symbolische Anleitungen sind, um Wahrnehmungen zu simulieren und soziale Zuschreibungen an die Gegenstände der simulierten Wahrnehmung vornehmen. Als solche nehmen wir sie zum Ausgangspunkt eigener praktischer Tätigkeit. Universelle und kulturell variable Mechanismen der Interpretation von Symbolen stehen dabei im Zentrum meines Interesses.

In einem zweiten Schwerpunkt erforsche ich die Variation der deutschen Grammatik im Raum und ihren Wandel in der Zeit. Im Projekt Regionalsprache.de erhebe ich derzeit bundesweit die Variation im deutschen Satzbau „zwischen“ den Dialekten und der gesprochenen Standardsprache.

Einen dritten und letzten Schwerpunkt bildet die Wissenschaftstheorie der Linguistik. Hier widme ich mich der Frage, was erfolgreiche Erklärungen in der Linguistik leisten können sollen.

Ich freue mich darauf, zusammen mit Kolleg*innen am Institut, an der Fakultät und darüber hinaus spannende und mutige Forschungsprojekte zu entwickeln und durchzuführen, die die Grenzen einzelner Disziplinen überschreiten. Und ich freue mich darauf, Studierende in die Lage zu versetzen, sich kritisch, lebensnah und kreativ mit der Frage zu beschäftigen, wie die menschliche Sprache mit der sonstigen natürlichen und kultürlichen Konstitution des Menschen zusammenhängt.

Prof. Dr. Anke Hilbrenner

Ich bin seit April 2022 Professorin für Osteuropäische Geschichte an der Philosophischen Fakultät der HHU. Studiert habe ich an den Universitäten Bonn und Bochum. Ich lebe mit meinen beiden Kindern und meinem Mann in Köln. Bevor ich nach Düsseldorf berufen wurde, hatte ich fünf Jahre lang die Professur für Neuere Geschichte Osteuropas der Universität Göttingen inne. In Göttingen habe ich gemeinsam mit meinem Team den wissenschaftlichen Austausch mit Kolleginnen und Kollegen im östlichen Europa (in Georgien und in Russland) aufgebaut, auch deshalb war der Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ein großer Einschnitt für meine Arbeit. Ich sehe sowohl die Aufklärung über die Geschichte Russlands als Imperium und die Geschichte der Ukraine als eine meiner aktuell sehr relevanten Aufgaben an. Darüber hinaus setze ich mich für die Aufnahme und Zusammenarbeit mit ukrainischen Kolleg*innen und Studierenden ebenso ein, wie für die Hilfen für Kolleg*innen und Studierenden, die aus Russland ausreisen wollen oder bereits ausgereist sind. In diesem Zusammenhang bin ich offen für Anfragen und für neue Initiativen.

Meine thematischen Schwerpunkte liegen auf der Erforschung der Geschichte des Russischen Reiches und der Sowjetunion im 19. und 20. Jahrhundert, wobei ich insbesondere die Peripherien der beiden Imperien und damit auch die nicht-russischen Bevölkerungsgruppen im Vielvölkerreich in den Blick nehme. Besonders zentral für meine Forschungen ist die jüdische Bevölkerung im östlichen Europa, wo vor der Shoa der allergrößte Teil der jüdischen Weltbevölkerung gelebt hat. Ich interessiere mich für verschiedene (säkulare) Formen der Zugehörigkeit zu den unterschiedlichen vorgestellten Gemeinschaften (wie etwa Nation oder Klasse) im 19. und 20. Jahrhundert und für die Rolle, die Geschichte für diese Zugehörigkeiten spielt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Geschichte von Gewalt, vor allem der Terrorismusgeschichte im Russischen Reich vor 1917, und der Besatzungsgeschichte des Zweiten Weltkriegs im östlichen Europa. Neben Gewalt und Ideologien erforsche ich Populärkultur, vor allem Sport, und die Rolle, die er für die Aufrechterhaltung von durch Gewalt geprägten Regimen (z.B. Besatzungsgesellschaften) spielt. Bis in die Gegenwart reicht mein Interesse für die geschichtspolitisch aufgeladene Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg, die vor allem in Ostmitteleuropa ein sehr kontroverses Thema darstellt, und die derzeit auch in unserer gegenwärtigen Gesellschaft wieder auf den Prüfstand kommt. Ein weiteres Thema, mit dem ich mich in Zukunft beschäftigen möchte, sind die Fragen der Umweltgeschichte und der Human-Animal-Relations, vor allem am Beispiel von Zoologie als Wissenschaft, von Zoologischen Gärten im Russischen Reich und in der Sowjetunion in ihren globalem Bezügen sowie die damit zusammenhängende Geschichte von Natur- und Artenschutz.

Besonders freue ich mich auf die Zusammenarbeit mit den Studierenden und den Kolleg*innen an der HHU, und darauf, nach den langen Semestern der Online-Lehre wieder ein einigermaßen normales Sommersemester mit vielen Begegnungen auf dem großartigen Düsseldorfer Campus zu erleben. Dass hier alle Fachrichtungen zusammen treffen, dass Menschen in weißen Kitteln mit Informatiker*innen oder Geisteswissenschaftler*innen in der Schlange nach Kaffee anstehen, erschafft wirklich eine ganz besondere Atmosphäre, die ich vorher so noch nie kennengelernt habe. Was die wissenschaftliche Zusammenarbeit angeht, freue ich mich natürlich auf die spannenden Themen der anderen Historiker*innen. Zudem gibt es zahlreiche inhaltliche Überschneidungen mit dem Institut für Jüdische Studien. Für meine Forschungen zur jüdischen Geschichte im östlichen Europa ist es ein großer Gewinn, dass etwa das Jiddische so präsent ist. Darüber hinaus bin ich natürlich neugierig auf den Austausch mit den anderen Fächern der Philosophischen Fakultät.

Privat freue ich mich über meine Rückkehr ins Rheinland, wo ich mit meiner Familie schon seit langem meinen Lebensmittelpunkt habe, und wo ich die Gelassenheit, die Weltoffenheit und den Humor der Menschen mag. In Düsseldorf selbst freue ich mich vor allem auf das hervorragende Sushi und auf das, was die japanische Küche darüber hinaus noch für Überraschungen für mich bereithält.

Prof. Dr. Eva-Maria Troelenberg

Ich bin seit April 2022 Professorin für Transkulturelle Studien an der Philosophischen Fakultät. Weil ich aus der Kunstgeschichte komme, ist die Professur am Institut für Kunstgeschichte angesiedelt, aber sie bündelt einen interdisziplinären Querschnittsbereich. Diese Zusammenarbeit der Fächer kommt im bereits bestehenden BA-Studiengang Transkulturalität seit einigen Jahren bereits sehr produktiv zum Tragen und wird in Zukunft weiter ausgebaut.

Bevor ich nach Düsseldorf gekommen bin, habe ich am Kunsthistorischen Institut in Florenz - Max-Planck-Institut - eine Max-Planck-Forschungsgruppe geleitet, in der es um transkulturelle Objektbiographien ging – also um die Frage, wie Kunstwerke und andere Gegenstände kulturellen Erbes rezipiert werden, wenn sie über historische oder kulturelle Grenzen wandern oder verschoben werden. Während dieser Zeit als Forschungsgruppenleiterin habe ich als Lehrbeauftragte und Vertretungsprofessorin an der LMU München unterrichtet, außerdem an den Universitäten Zürich, Wien und Heidelberg. 2018 wurde ich Professorin für Moderne und Zeitgenössische Kunstgeschichte an der Universität Utrecht in den Niederlanden und habe dort zuletzt das Institut für Kunstgeschichte geleitet sowie den internationalen Research Master in Art History koordiniert.

In meiner Dissertation und auch meiner ersten Monographie habe ich mich mit der Rezeption islamischer Kunst in Europa beschäftigt. Dieses Interesse führte mich weiter zu grundlegenderen Fragen über die Funktionen und kolonialen Implikationen des Sammelns von Kunst und Kulturgütern. Mein eigener Schwerpunkt liegt dabei weiterhin auf dem Mittelmeerraum und seinen Verbindungen zu anderen Teilen der Welt, insbesondere in der Zeit nach 1800, als Kolonial- und Museumsgeschichte eng mit Prozessen der Nationenbildung verbunden waren. Dieser Fokus auf den modernen und auch den zeitgenössischen Mittelmeerraum führte außerdem zu einer Beschäftigung mit Migration – und insbesondere der Frage, wie materielle und visuelle Kulturen mit migratorischen Bewegungen verbunden sind.

Ich freue mich besonders auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit vielen Kolleginnen und Kollegen an der HHU und darüber hinaus. ‚Globale‘ oder transkulturelle Themen erfordern beides: Genaue und präzise Kenntnis spezialisierter Methoden und Gegenstände akademischer Einzeldisziplinen – und die Fähigkeit, diese zusammen zu denken, auch in produktive Reibung zu bringen.

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