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Philosophisches Kolloquium – Mittwochskolloquium

Fakultät

Dr. Frauke Albersmeier, HHU: Gibt es eine ideale Theorie der Interspezies-Gerechtigkeit?

Tierrechtstheoretiker zeigen sich in ihren normativen Aussagen typischerweise unbeeindruckt davon, was die Mehrheit der Menschen jetzt und in näherer Zukunft bereit ist, für Tiere zu tun bzw. zu unterlassen: sie kritisieren den Status Quo und lassen sich in ihren Forderungen für einen gerechten Umgang mit Tieren nicht durch Verweise auf die motivationalen Limitationen ihrer Mitmenschen bremsen. In diesem Sinne verfolgen sie dem eigenen Anspruch nach einen idealen Ansatz – im Unterschied zu nicht-idealen oder realistischen Ansätzen, die das, was sie im Namen der Gerechtigkeit fordern, mehr oder weniger stark daran ausrichten, was Menschen voraussichtlich auch leisten werden. Die paradigmatische Tierrechtstheoretikerin vertritt dabei einen Sentientismus im engeren Sinne, d.h., sie sieht alle empfindungsfähigen Wesen als gleichermaßen moralisch berücksichtigungswürdig an. In diesem Vortrag soll gezeigt werden, dass unter der Voraussetzung des Sentientismus gängige Theorien der Interspezies-Gerechtigkeit ihrem eigenen Anspruch entgegen bestenfalls als nicht-ideal verstanden werden können. Andernfalls wäre ihnen eine entscheidende Inkonsistenz, nämlich ihr speziesistischer Umgang mit dem Problem der permanenten Ressourcenknappheit vorzuwerfen, von der Menschen und andere Tiere gleichermaßen betroffen sind.

Zur Person:

Dr. Frauke Albersmeier ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und Lehrbeauftragte an der Universität zu Köln. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der theoretischen Philosophie auf Begriffstheorien und philosophischer Methodologie und in der praktischen Philosophie auf Tierrechtstheorien und Diskriminierung.
 

Studierende und Interessierte sind herzlich willkommen!

Veranstaltungsdetails

26.06.2024, 18:30 Uhr - 20:00 Uhr
Institut für Philosophie
Ort: Gebäude 24.53, Raum 01.81
Verantwortlichkeit: