Nach 16 Jahren an der Heinrich-Heine-Universität als Lehrstuhlinhaber für Vergleichende Politikwissenschaft und Ko-Direktor des PRUF scheidet Thomas Poguntke mit Ablauf des Monats Februars 2026 aus dem Dienst
Nach sechs Semestern Geschichte und Politikwissenschaft an der Universität Stuttgart folgte 1983 der M.Sc. in Politikwissenschaft an der London School of Economics. Daran schloss sich die Promotion am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz zu den Grünen in Deutschland aus vergleichender Perspektive an. Doktorvater war Prof. Ian Budge von der Universität Essex. Von Florenz führte die akademische Laufbahn 1987 nach Mannheim, zunächst als Mitarbeiter an der Forschungsstelle für gesellschaftliche Entwicklungen unter der Leitung von Prof. Rudolf Wildemann. Es folgte die Arbeit am Mannheimer Lehrstuhl für Politische Wissenschaft und International vergleichende Sozialforschung bei Prof. Max Kaase und Prof. Jan van Deth, die auch die Habilitation zu politischen Parteien in Europa betreuten. Die Arbeit basierte auf den Daten eines großen internationalen Projektes zur Organisation politischer Parteien (geleitet von Richard S. Katz und Peter Mair), zu dem Thomas Poguntke die von der DFG geförderte deutsche Teilstudie beisteuerte. Die Habilitation wurde 1999, gefördert durch ein DFG-Habilitandenstipendium, abgeschlossen.
Nächste Station war eine Vertretungsprofessur an der Universität Bielefeld, auf die der Umzug nach Großbritannien erfolgte. Von 2000 bis 2005 war Thomas Poguntke Professor und Research Director an der School of Politics, International Relations and the Environment (SPIRE) der Keele University und anschließend bis 2006 Direktor des Institute for German Studies Studies an der University of Birmingham. In dieser Zeit koordinierte er unter anderem ein großes internationales ESRC-Projekt zur Europäisierung nationaler politischer Parteien und veröffentlichte mit Paul Webb, University of Sussex, eine Studie zur Präsidentialisierung der Politik moderner Demokratien bei Oxford University Press.
2006 folgte der Ruf an die Ruhr-Universität Bochum und 2010 an die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf auf den Lehrstuhl für Vergleichende Politikwissenschaft, verbunden mit dem Ko-Direktorat des Instituts für deutsches und internationales Parteienrecht und Parteienforschung (PRUF). In diese Zeit fallen auch zwei Gastaufenthalte am Europäischen Hochschulinstitut Florenz und einer an der Australian National University in Canberra. Im Zentrum der Düsseldorfer Arbeit war neben der Leitung des PRUF (mit Martin Morlok und später Sophie Schönberger) die Koordination eines internationalen Forschungsprojektes zu politischen Parteien in 50 Ländern, zusammen mit Susan Scarrow, Houston, Paul Webb, Sussex, und Emilie van Haute, ULB, gefördert durch das ORA-Programm sowie eine intensive einschlägige Publikationstätigkeit, unter anderem zu ‚“Political Parties and the Crisis of Democracy“ bei Oxford (2024 zusammen mit Wilhelm Hofmeister).
Neben seiner universitären Tätigkeit war und ist er regelmäßig in wissenschaftlichen Gremien aktiv, zum Beispiel als gewählter Sprecher des Council des European Consortium for Political Research (ECPR) und als Mitglied der Beiräte führender Fachjournale. Er wurde im Mai 2025 in die europäische Wissenschaftsakademie Academia Europaea gewählt, was seine Bedeutung für die internationale Forschung unterstreicht.