Nach ihrer langjährigen Tätigkeit als Professorin für Jiddische Kultur, Sprache und Literatur am Institut für Jüdische Studien scheidet Marion Aptroot aus dem Dienst
Marion Aptroot erlangte ihren „Doctoraal“ (M.A.) in Französischer Sprach- und Literaturwissenschaft mit Nebenfach Altokzitanischer Sprach- und Literaturwissenschaft an der Universität Leiden.1990 erfolgte die Promotion in Jiddistik an der Universität Oxford. Von 1989 bis 1991 war sie Junior Research Fellow am Queen Mary and Westfield College (heute Queen Mary, Universität London) und von 1993 bis 1996 Preceptor in Jüdische Studien an der Universität Harvard. Hier erfolgte 2021 auch der Gerard Weinstock Visiting Professor in Jüdische Studien.
Im Jahre 1993 erhielt Aptroot den Keren Frankenhuis Preis (Research Grant) der Hebräischen Universität Jerusalem. Von Oktober 2011 bis März 2012 sowie von Januar bis März 2015 erhielt sie einen Visiting Fellowship am Oxford Center für Hebräische und Jüdische Studien der Universität Oxford.
1996 führte sie ihre akademische Laufbahn an die Heinrich-Heine-Universität, wo sie ihren Forschungsschwerpunkten zur Geschichte der jiddischen Sprache sowie zur jiddischen Sprache und Literatur in Deutschland und in den Niederlanden der frühen Neuzeit und der Aufklärung nachging. Ihre Forschung umfasste mehrere von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Drittmittelprojekte, darunter auch Arbeiten in Kooperation mit Kolleg*innen der Universität Amsterdam, der Goethe-Universität Frankfurt und innerhalb der Philosophischen Fakultät mit Prof. Dr. Miriam Edlich-Muth (Institut für Anglistik und Amerikanistik) und Prof. Dr. Anke Hilbrenner (Institut für Geschichtswissenschaften). Darüber hinaus war Marion Aptroot Redaktions- und Beiratsmitgliedschaft verschiedener internationaler wissenschaftlicher Zeitschriften und Institutionen und mit Unterbrechungen zehn Jahre Vorstandsmitglied des Fachverbands Judaistik/Jüdische Studien/Jüdische Theologie (vormals Verband der Judaisten in der Bundesrepublik Deutschland).
Ebenso betätigte sie sich als Organisatorin verschiedener Fachkonferenzen, darunter das Symposium für Jiddische Studien in Deutschland, das dieses Jahr an der Heinrich-Heine-Universität vom 07. bis 09. September stattfindet. Das Symposium wird in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Jiddistik an der Universität Trier alternierend in Düsseldorf und Trier gehalten und dient als interdisziplinäres wissenschaftliches Forum für Wissenschaftler*innen im In- und Ausland.
Neben zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen veröffentlichte sie auch bedeutende populärwissenschaftliche Werke, darunter Jiddisch: Geschichte und Kultur einer Weltsprache (München: C.H. Beck 2010, 2023, in Zusammenarbeit mit Roland Gruschka) sowie das Lehrbuch Einführung in die jiddische Sprache und Kultur (in Zusammenarbeit mit Holger Nath, 2002, 2016), das für den Jiddischunterricht an deutschsprachigen Universitäten konzipiert wurde.
Marion Aptroot ist Mitglied der Redaktion der YIVO Encyclopedia of Jews in Eastern Europe (Yale University Press 2008, seit 2009 in Open Access zugänglich https://encyclopedia.yivo.org/).