25.09.2020 11:08

DAAD/BMBF fördert internationales Cross-site teaching Projekt

Während der Corona-Pandemie haben viele Hochschulen ihre digitalen Lehr- und Lernangebote ausgebaut. Um diesen Digitalisierungsschub auch in der internationalen Hochschulkooperation zu verankern, hat der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) mithilfe der Förderung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) rund 50 Projekte für das IVAC-Programm ausgewählt. Die Wahl fiel dabei auch auf das Cross-site teaching Projekt von Dr. Witold Mucha aus dem Institut für Sozialwissenschaften.

Dr. Witold Mucha lehrt innerhalb eines Seminars

Bild: HHU/ Medienlabor

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek betont insbesondere den Leuchtturmcharakter der Förderlinie, die auch jenseits der aktuellen Pandemie Wirkung entfalten soll: „Die Corona-Krise stellt Hochschulen und Wissenschaftsorganisationen vor die Herausforderung, in kurzer Zeit digitales Lehren, Lernen und Arbeiten dynamisch weiterzuentwickeln. Internationaler Austausch ist auch während der Pandemie wichtig, wir müssen ihn daher weiter fördern und mit neuen Formaten zusätzlich unterstützen. Die digitalen Möglichkeiten sollen auch die internationale Hochschulzusammenarbeit bereichern.“

Mit der Verbindung von Digitalisierung und Internationalisierung erfüllt das Cross-site teaching Projekt exzellent diese Kriterien. Dabei geht es innerhalb der Lehrinnovation um die gemeinsame digitale Lehre zwischen der Universität Pretoria (Südafrika), der Kyung Hee Universität in Seoul (Südkorea) sowie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Perspektivenvielfalt über den eigenen Tellerrand hinaus

Dr. Mucha organisiert bereits seit 2016 im Verbund mit den Partneruniversitäten regelmäßig Seminare zu Fragen der Friedens- und Konfliktforschung. Der Impuls entsprang Dr. Muchas Beobachtung, dass hierzulande Themen wie beispielsweise Gewaltkonflikte, Staatszerfall oder internationale Migration überwiegend auf Basis von angloamerikanischer Literatur und Wissen gelehrt werden. „Fachliteratur, Fachkolleg*innen und Studierende aus dem sogenannten „Globalen Süden“ werden im Rahmen der Lehre schlichtweg nicht wahrgenommen. Entsprechend bestand das übergeordnete Ziel des Projektes von Anfang an darin, Perspektivenvielfalt über den eigenen Tellerrand hinaus zu ermöglichen“, erläutert Dr. Mucha seine Projektidee.

Die Seminare finden sowohl synchron als auch asynchron statt, wöchentliche Sitzungen und/oder Kleingruppendiskussionen werden per Videokonferenz durchgeführt. Parallel sind alle Studierenden und Dozierenden auf einer gemeinsamen Slack-Plattform miteinander verbunden, in der sich standortübergreifende „taskforces“ zu ihren jeweiligen Arbeitsaufträgen im Laufe des Semesters austauschen (z.B. peer review-Gruppen) können. Um die Interaktion und Kreativität zu fördern sowie die verschiedenen Zugänge zu berücksichtigen, erstellen die Studierenden eine Vielzahl unterschiedlicher digitaler Outputs. Diese reichen von Podcasts, Erklärvideos, vertonten Präsentationen, Videointerviews, Radioshows bis zu virtuellen Simulationen. Die erstellten Materialien werden im Sinne der Open Educational Resources (OER) auf der Projekt-Website veröffentlicht.

Die positiven studentischen Evaluationen und verschiedenen Förderphasen (u.a. Stifterverband) der letzten Jahre zeigen, dass digitale Formate traditionelle Präsenzlehre unabhängig der disziplinären Ausrichtung bereichern. Entsprechend versteht sich das Vorhaben nicht zuletzt auch als Denkanstoß, Kolleg*innen anderer Institute und Fakultäten für ihre Lehre nicht nur während der Corona-Zeiten, sondern auch danach zu inspirieren.


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