Ereignis

Titel:
Jana Schultz (Bochum): Die Seele und das Weibliche bei Proklos

Datum / Uhrzeit:
22.01.20   /  18:30 - 20:00

Veranstalter:
Institut für Philosophie


Ort:
24.21.03 Raum 86


Beschreibung:

Im Rahmen unseres Philosophischen Kolloquiums laden wir herzlich ein zu einem Vortrag von 

Jana Schultz (Bochum): Die Seele und das Weibliche bei Proklos

Bitte beachten Sie die geänderte Uhrzeit.

Abstract:

Der Neuplatonismus ist eine antike Philosophenschule, die Frauen ebenso wie Männer zur Philosophie aufgefordert hat, was sich sowohl darin zeigt, dass sie einige der bekanntesten Philosophinnen der Antike hervorgebracht hat – besonders bekannt ist Hypatia von Alexandria – als auch darin, dass Neuplatoniker dafür argumentierten, dass Männer und Frauen dasselbe Potential zur Erlangung von Weisheit und praktischer Tugend haben. Doch während die meisten Neuplatoniker ihre Argumentation darauf gründen, dass die Seele an sich geschlechtsneutral ist und nur durch ihr Leben im Körper bestimmte, geschlechtsspezifische Verhaltensweisen annimmt, finden wir bei Proklos eine andere Bestimmung des Verhältnisses der Seele zur Männlichkeit und Weiblichkeit. Er argumentiert, dass die rationalen Seelen der Menschen essentiell männlich oder weiblich bestimmt sind, wobei die männlichen Seelen ein größeres Potential für die theoretische Reflexion des Göttlichen haben und die weiblichen Seelen für das Handeln innerhalb der wahrnehmbaren Welt. Zudem verbindet er den gesamten nicht-rationalen Teil der Seele mit dem Weiblichen. In meinem Vortrag möchte ich diese beiden Verbindungen zwischen Weiblichkeit und Seele in Proklos’ Philosophie detailliert untersuchen und diskutieren, ob sie sich mit der Idee eines gleichen Potentials für die philosophische Lebensführung vereinbaren lassen.

Zur Person:

Jana Schultz hat am Lehrstuhl für die Philosophie der Antike und des Mittelalters an der Ruhr-Universität in Bochum zum Thema „Formung und Umwendung der Seele – Eine Rechtfertigung ambivalenter Darstellungen in der Literatur im Rahmen von Platons Politeia“ (Peter Lang 2017) promoviert. Zurzeit arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für die Philosophie der Antike und Gegenwart an der Humboldt-Universität zu Berlin im DFG-Projekts „Die Frau und das Weibliche im Neuplatonismus“.


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