Ereignis

Titel: CFP: Gesellschaftskritische Literatur – Texte, Autoren und Debatten: Jakob Arjouni

Datum / Uhrzeit:
13.01.20 - 31.03.20

Beschreibung:

Für die Veröffentlichung des Bandes in der Reihe Gesellschaftskritische Literatur - Texte, Autoren und Debatten werden Themenvorschläge gesucht. Der Fokus des geplanten Bandes soll dabei aber nicht nur auf Arjounis populären und bereits stellenweise beforschten Kriminalromanen liegen. Auch Arjounis weitere Texte sollen mit in den Blick genommen werden: Arjouni veröffentlichte mehrere Bühnenstücke, Romane, sowie eine Vielzahl von Kurzgeschichten, die einzeln und zusammen betrachtet ein großes Interpretationspotenzial bieten, bisher aber nur vereinzelt von der Literaturwissenschaft berücksichtigt worden sind. All diese Texte setzen sich zentral mit der deutschen Identität vor und nach 1989 auseinander oder erzählen von Verlierern und Betrügern, die ihre gesellschaftliche Randposition zwar oftmals freiwillig wählen, gleichzeitig aber von inneren oder äusseren Zwängen zerrieben werden.

Es existiert bis dato vergleichsweise wenig Forschungsliteratur zu Arjounis Werk. Der geplante Sammelband soll diese Lücke nun schließen und das breite Spektrum von Arjounis Werk und seiner Rezeption abbilden. Dem interdisziplinären Fokus des Bandes entsprechend sind nicht nur germanistische Beiträge, sondern auch Beteiligungen aus benachbarten Philologien und Fächern wie der Anglistik, den Theater-, den Medien- und Kulturwissenschaften sowie der Kunstgeschichte ausdrücklich willkommen. Auch Beiträge des wissenschaftlichen Nachwuchses sind explizit erwünscht. Denkbar sind u.a. Beiträge zu

- der Einordnung von Arjounis Texten in literarische Traditionen, insbesondere dem Genre des amerikanischen hardboiled-detective-Romans, des Großstadtromans, aber auch weiteren intertextuellen Bezugspunkten und Vorbildern.

- narratologischen, räumlichen und strukturellen Kompositionsmustern einzelner Texte wie auch des Gesamtwerks.

- Aspekten der materialen Kultur (bspw. Ding- und Speisesymbolik) in Arjounis Texten.

- der Affirmation und Subversion von kulturellen Geschlechts- und Genderkonzepten sowie von Identität und Nationalität.

- der Arjounis Texte durchziehenden Künstlerthematik und den dahinterstehenden poetologischen Aussagen.

- den unterschiedlichen Phasen von Arjounis Werk sowie ihrem Verhältnis zueinander.

- den in die Texte einfließenden Diskursen und Themen, bspw. die Situation der jeweils in den Blick genommenen Migrant*innen.

- dem in den Texten formulierten Deutschland-; Amerika- oder Osteuropabild sowie (De-)Konstruktionen von ›Fremdheit‹ und ›Heimat‹.

- Reflexionen über kollektive und individuelle Schuld und Verantwortung sowie Vergangenheitsbewältigung und -verdrängung.

- den Selbstinszenierungspraktiken und ausserliterarischen Spielen mit Realität, Identität und Fiktion durch den Autor selbst.

- der literarischen und intermedialen Rezeption von Arjounis Werken, bspw. konkreten Bühneninszenierungen von Arjounis Dramen, Theateradaptionen seiner Prosastücke, sowie den diversen Hörspiel-Adaptionen seiner Kriminalromane, aber auch Doris Dörries Verfilmung von Happy Birthday, Türke! (1992), dessen durch Philipp Waechter illustrierte Fassung (2016) oder die Verfilmung von Das Innere durch Stephan Wagner unter dem Titel Am Ruder (2017).

Die Veröffentlichung des Bandes in der Reihe Gesellschaftskritische Literatur - Texte, Autoren und Debatten bei Vandenhoeck & Ruprecht, herausgegeben von Monika Wolting (Uniwersytet Wrocławski) und Paweł Piszczatowski (Uniwersytet Warszawski) ist für Mitte 2021 geplant.

Themenvorschläge in Form von Exposés im Umfang von ca. 2500 Zeichen sowie eine Kurzvita werden bis zum 31.03.2020 per Email erbeten an:

Robin-M. Aust, M.A. (raust(at)phil.hhu.de)

Nähere Informationen finden Sie hier.


Zurück

Verantwortlich für den Inhalt: E-Mail sendenDekan der Philosophischen Fakultät